Gutachten gibt wichtige Aufschlüsse für den Rückbau der Aral-Tankstelle

hzEhemalige Tankstelle

Seit Mitte Dezember ist die Aral-Tankstelle in Selm geschlossen. Inzwischen ist die ehemalige Tankstelle kaum noch zu erkennen. Ein Gutachten hat wichtige Aufschlüsse gegeben.

Selm

, 21.01.2020, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Zeitplan von Aral steht: „In vier Wochen soll der Rückbau abgeschlossen sein“, sagt Aral-Pressesprecher Detlef Brandenburg. Dann könne das Tankstellen-Gelände ordnungsgemäß und ohne Umweltbelastungen übergeben werden.

Dabei unterscheidet Brandenburg zwischen der Tankstellentechnik und dem Gebäude. Mit dem riesigen Dach über den Zapfsäulen und dem Gebäude habe Aral nichts zu tun gehabt.

Oberirdisch habe der Mineralölkonzern ausschließlich die Zapfsäulen und die Werbeanlagen zu verantworten gehabt. Beide Bereiche seien bereits vor einigen Wochen direkt nach der Schließung abgebaut worden.

Ein letztes Mal an der Aral-Tankstelle an der Kreisstraße in Selm tanken. Das konnten Kunden des Unternehmens am 14. Dezember. Einem Samstag. Danach war es für Inhaber Ralf Otto Zeit, Abschied zu nehmen, das Tankstellengelände mit Flatterband abzusperren und die Türen zu verschließen.

Aral-Insignien waren kurz nach der Schließung verschwunden

Die Aral-Insignien waren schon kurz vor dem neuen Jahr verschwunden, wie Aral-Sprecher Detlef Brandenburg auf Anfrage mitteilte. Danach wurden die verschiedenen Kraftstoffbehälter leer gezogen. Auch das Dach der Tankstelle ist bereits verschwunden.

„Das ist schon eine ganz andere Sache, als der Rückbau eines normalen Gewerbebetriebs“, sagt Rüschkamp-Geschäftsführer Michael Wilke. Er erklärt es kurz: Für die oberirdischen Arbeiten ist die Firma Rüschkamp zuständig, für die unterirdischen Arbeiten die Firma Aral.

Der Konzern mit Hauptsitz in Bochum ist seit Anfang der der Woche dabei, die riesigen Tanks auszubauen. „Sie werden später in Einzelteile zerlegt und fachmännisch entsorgt“, sagt Aral-Pressesprecher Detlef Brandenburg. Wie viele im Boden „schlummern“, kann er nicht sagen. Aber er hat andere Informationen.

Bodengutachten fördert keine Auffälligkeiten zu Tage

Ein Bodengutachten habe keine Auffälligkeiten zu Tage gefördert - und damit auch keine Notwendigkeit einer größeren Sanierung. „Aber natürlich tauschen wir den Boden rund um die Tankfässer aus.“ Soweit sind die Arbeiter aber noch nicht.

In etwa vier Wochen will Aral die Arbeiten in Selm abgeschlossen haben.

Davon unabhängig sind die Abrissarbeiten der Gebäude. Rüschkamp hatte das Gelände an Otto verpachtet. Wenn alles zurückgebaut ist, ist Platz geschaffen für etwas Neues.

Auf dem Gelände soll ein Rewe-Markt mit einer Verkaufsfläche von 1800 Quadratmeter entstehen, ebenso ein 80 Quadratmeter-Backshop und ein Aldi-Markt der mit einer Verkaufsfläche von 1300 Quadratmeter aufwarten will.

Wechsel von Aral zu HEM dauert noch einige Zeit

Ursprünglich war geplant, dass passend zur Schließung der alten Tankstelle an der Kreisstraße, eine neue unmittelbar bereit steht. Eine HEM-Tankstelle am vierten Arm des Kreisverkehrs Kreisstraße/Zeche-Hermann-Wall. Hier war es allerdings wegen der Klage eines benachbarten Ehepaars zu Verzögerungen gekommen. Die Ende 2018 gestarteten Arbeiten waren wieder gestoppt worden.

Doch jetzt richtet sich der Blick nach vorne. Auch für Aral. Sie ist zwar künftig nicht mehr hier vertreten, aber das Netz ist „aktuell relativ konstant“, sagt Pressesprecher Brandenburg. „Deutschlandweit hat Aral rund 2400 Tankstellen.“

Aral-Konzern reagiert auf Verlagerung von Verkehrsströmen

Zwar verändere sich die Zahl kaum, doch gebe es natürlich Veränderungen im Tankstellennetz. Wenn die Umsätze beispielsweise stark rückläufig sind, weil sich Verkehrsströme auf eine neue Umgehungsstraße verlagert haben, reagiert der Konzern. Er gibt die nicht mehr so gut laufenden Tankstellen auf, um an anderer Stelle neu zu bauen. Das passiert aber aktuell in Selm nicht. Hier wechselt der Anbieter.

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