In der Gemeinde Ascheberg wird die Hundesteuer für Jagdhunde halbiert. Ist die Halbierung der Hundesteuer für Jagdhunde auch für Selm geplant? © picture alliance / dpa
Hundesteuer

Halbierung der Hundesteuer für Jagdhunde auch für Selm geplant?

In der Gemeinde Ascheberg werden Jagdhunde künftig nur noch zur Hälfte besteuert. Besitzer von allen anderen Hunden müssen bald mehr zahlen. Wie sieht es mit der Hundesteuer in Selm aus?

Die Gemeinde Ascheberg hat im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss vor Kurzem die Halbierung der Hundesteuer für Jagdhunde beschlossen. Die Verwaltung sah die Halbierung der Steuer darin begründet, dass Jagdhunde auch der Allgemeinheit ihren Dienst erweisen, indem sie unteranderem verwundete Wildtiere aufspüren.

Gleichzeitig soll in der Gemeinde Ascheberg die Hundesteuer für nicht gefährliche Hunde steigen. Außerdem soll dort eine Steuer für gefährliche Hunde eingeführt werden. Aber wie sieht es in Selm aus? Gibt es da so etwas wie eine Halbierung der Hundesteuer für Jagdhunde? Ist so etwas in Planung?

Halbierung der Hundesteuer für Jagdhunde nicht geplant

Auf eine Anfrage der Redaktion antwortet Pressesprecher Malte Woesmann: „In Selm ist eine Halbierung der Hundesteuer für Jagdhunde nicht geplant. Für gefährliche Hunde wird bereits heute eine erhöhte Hundesteuer erhoben. “

Aktuell sind etwa 2800 Hunde in Selm gemeldet. Davon 28 Hunde, die laut Hundesteuersatzung in die Kategorie „Gefährliche Hunde“ gehören. Eine Einteilung in Jagdhunde erfolgt nicht, daher wird diese Kategorie nicht gesondert gefasst. Die aktuellen Einnahmen aus der Hundesteuer belaufen sich auf ca. 360.000 Euro im Jahr.

Kampfhunde mit Begleithundeprüfung zahlen doppelten Satz

Eine Halbierung der Hundesteuer für Jagdhunde fände Silvia Mertens, Vorsitzende des Hundevereins Selm, nicht gerechtfertigt. „Begleithunde haben keine Befreiung oder Halbierung der Hundesteuer“, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion.

Zwar würden Jagdhunde vor dem Gesetzgeber als Gebrauchsgegenstände gelten, aber es gäbe einige Menschen, die sich viel mit ihren Hunden beschäftigen, „warum bekommen die keine Ermäßigung?“

Sogenannte Kampfhunde müssen laut Mertens eine Maulkorb- und Leinenbefreiung machen, dazu werden sie vom Veterinäramt geprüft und einige Hunde haben in ihrem Verein bereits eine Begleithund-Prüfung abgelegt. Die Besitzer dieser Hunde müssten also einen viel höheren Steuersatz zahlen. „Wo ist da die Gerechtigkeit?“, fragt sich die Hundetrainerin.

Selmer Jäger geteilter Meinung

Andreas Witthoff ist Jäger aus Selm und Ehrenvorsitzender des Hegerings Selm. Er ist geteilter Meinung zum Thema Halbierung der Hundesteuer für Jagdhunde. „Natürlich wäre es schön, wenn man weniger zahlen müsste, wenn man es auch reiner Kostensicht betrachtet“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Aber er sagt auch: „Es gibt immer mehr Hunde und nicht alle Menschen räumen den Dreck, den die Tiere hinterlassen, auch weg.“ Die Stadt müsse sich dann auch um die Beseitigung kümmern und „ihre Finanzen im Griff haben“. Außerdem müsse sich jeder, der sich ein Tier anschafft, auch darüber im Klaren sein, dass ein Tier Geld kostet. „und zwar nicht nur Futter, sondern auch Steuern“, so Witthoff.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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