Macht die Corona-Krise die Pläne vom neuen Hallenbad in Selm kaputt?

hzCoronavirus in Selm

Die Corona-Krise belastet den städtischen Haushalt schwer. Was bedeutet das für Projekte, wie den Bau eines neuen Hallenbades in Selm? Bürgermeister Mario Löhr bringt eine Option ins Spiel.

Selm

, 02.07.2020, 20:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise setzt den Kommunen zu. Auch auf die Stadt Selm kommen erhebliche Kosten zu. Wie bereits berichtet, geht die Stadt aktuell davon aus, dass der Haushalt zusätzlich - durch wegfallende Einnahmen und zusätzliche Kosten - um rund drei Millionen Euro belastet wird.

„Die finanziellen Folgen der Pandemie sind nicht kurzfristig zu beheben“, heißt es dazu beispielsweise in der Vorlage zur jüngsten Stadtratssitzung am 25. Juni. Aber was heißt das eigentlich für bereits geplante Projekte wie den Neubau des Hallenbades? Am Rande der Ratssitzung erwähnt Bürgermeister Mario Löhr, dass es schwierig sei, aktuell einen Bau durchzuführen, bei dem die Kommune nach jetzigem Stand zu 100 Prozent die Kosten tragen müsste.

Nicht vom Projekt Hallenbad verabschiedet

Das Bäderkonzept der Stadt Selm sieht vor, dass das alte Hallenbad am Kreisel Kreisstraße/Ludgeristraße mittelfristig gegen ein neues ersetzt werden soll. Ein möglicher Bauplatz dafür wäre ein Platz neben dem Bürgerfreibad an der Badestraße. Aber ist das aufgrund der coronabedingten Haushaltsbelastungen noch realistisch oder möchte sich die Stadt von dem Vorhaben zurückziehen? Das verneint Bürgermeister Mario Löhr auf Anfrage ausdrücklich. „Die Stadt Selm hat sich nicht vom Projekt Hallenbad verabschiedet“, so Löhr

„Aufgrund der Corona-Krise und den damit verbundenen Steuerausfällen liegen uns derzeit keine verlässlichen Zahlen für unseren Kommunalhaushalt vor. Wir erhoffen uns in den nächsten zwei Jahren Förderprojekte vom Bund oder Land in diesem Bereich“, so der Bürgermeister.

Hotel mit Schwimmbad und Fitnesscenter?

Eine weitere Option zum Standort an der Badestraße ist ebenfalls schon im Gespräch: Der Investor Georg Eskes, der auch am ehemaligen Gemeindehaus in Bork Wohnungen baut, wäre daran interessiert, ein 100-Betten-Hotel am jetzigen Standort des Hallenbades zu errichten. Es wäre denkbar, dort neben dem Hotel zusätzlich ein Schwimmbad mit Fitnesscenter zu bauen, erwähnte Löhr ebenfalls bei der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag.

Wie konkret sind denn diese Gespräche? „Man ist mit dem Entwickler weiter im Gespräch, neue Planungen und dementsprechende Zeitfenster wurden bisher nur diskutiert“, sagt Mario Löhr dazu.

Auch Georg Eskes bestätigt auf Anfrage entsprechende Gespräche, wollte aber zunächst nicht über weitere Details sprechen.

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