Hallenbau mal zwei: Der Selmer Sport bekommt moderne Trainingsmöglichkeiten - und Stress

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Im Juni 2020 soll sie fertig sein: die neue Zweifachsporthalle am Campus. In die Vorfreude der Sporttreibenden auf den Bezug des Neubaus mischt sich aber auch eine Sorge.

Selm

, 18.10.2019, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die neue Zweifachhalle ist eine Art hockender Riese aus Beton, Klinker, Glas und Stahl. Mehr als vier Meter des immerhin 10,40 Meter hohen Gebäudes befinden sich unter der Erde. Wer über den Campus-Platz schlendert, kann von dort in Selms neue Trainingsstätte hinabblicken. Zurzeit lohnt aber auch ein Blick nach oben.

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Die Bauarbeiter des westmünsterländischen Unternehmens Bogenstahl aus Legden wenden sich gerade dem Dach zu. Zuvor gilt es, mächtige Fertigelemente einzubauen: jede Menge Action auf der Baustelle, wo Mitte Juni 2018 der erste Spatenstich für das Millionenprojekt erfolgt war.

„Nach dem heutigen Stand werden wir beides einhalten“, sagt Tim Manteil von der Selmer Bauverwaltung: sowohl den Fertigstellungstermin im Juni 2020 als auch den Kostenrahmen von 5,2 Millionen Euro.

Autos parken über den Umkleidekabinen

Alle Nebenräume verschwinden komplett unter die Erde. Über den Köpfen der sich umkleidenden oder duschenden Sportlerinnen und Sportler werden künftig Autos parken.

Hallenbau mal zwei: Der Selmer Sport bekommt moderne Trainingsmöglichkeiten - und Stress

Die Sporthalle der Overberghalle wird ein Jahr später als ursprünglich geplant abgerissen. © Sylvia vom Hofe

Insgesamt entstehen vier Mannschaftsumkleiden einschließlich der jeweiligen Dusch- und WC-Einrichtungen sowie zusätzliche Umkleiden für Lehrkräfte und Menschen mit Behinderung. Wer ein Handicap hat, kann per Aufzug vom Eingang im Erdgeschoss hinab fahren in den Keller - und umgekehrt.

Ein Extra-Raum für Sportschützen

Auch schon im Bau: ein multifunktionaler Raum für Sportschützen, die mit dem Luftgewehr oder der Luftpistole auf 20-Meter-Bahnen schießen. „Dieser Bereich ist klar abgetrennt von den übrigen Räumen“, sagt Mantei. Er sei separat von außen zu betreten, damit sich Schützen und andere Sporttreibende erst gar nicht in die Quere kommen können: „Da gibt es keine Berührungspunkte.“

Die Zweifachhalle sei ein Ersatz für zwei andere Selmer Sporthallen, wie Bürgermeister Mario Löhr mitteilt: für die bereits abgerissene Sporthalle der ehemaligen Pestalozzischule (auf dem Gelände am Zechenbusch entstehen ein Vier-Gruppen-Kindergarten sowie Wohnhäuser) und für die Halle der Overbergschule schräg gegenüber des Campus-Platzes. Das alte Nebengebäude der dortigen Grundschule wird Platz machen für einen Neubau der Offenen Ganztagsschule.

Appell: Nutzungszeiten für die Hallen genau planen

Die Nutzer von der einen Halle wechseln in die andere. Das allein wäre noch übersichtlich. Aber im nächsten Jahr kommt auch noch die Schließung und der Um- und Anbau der Dreifachsporthalle dazu. „Das wird dann schwieriger“, sagt Michael Merten, Vorsitzender des Stadtsportverbandes.

Hallenbau mal zwei: Der Selmer Sport bekommt moderne Trainingsmöglichkeiten - und Stress

Von der Seite aus betrachtet: die neue Zweifachhalle. © Sylvia vom Hofe

Er freue sich sehr, dass die Stadt dafür sorge, dass den Selmer Sportlerinnen und Sportlern gute Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stünden. Aber es drohe eine Phase, in der alte Hallen bereits nicht mehr zur Verfügung stünden und neue noch nicht. Spätestens nach Beginn der Bauarbeiten an der Dreifachturnhalle werde es eng. „Das muss man jetzt schon benennen, damit wir dann entsprechend planen können.“

Zeitpolster: Overbergsporthalle wird später abgerissen

Immerhin: Die Stadt plant mit Zeitpolstern. Der zunächst für 2020 vorgesehene Abriss der Overbergturnhalle ist um ein Jahr verschoben, „frühestens Mitte 2021“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann werde die größte Selmer Halle in unmittelbarer Nachbarschaft zur neuen Zweifachhalle nicht mehr für den Sport zur Verfügung stehen.

Bürgermeister Löhr rechnet mit eineinhalb Jahren Bauzeit, bis sich die in die Jahre gekommene Sportstätte in eine Multifunktionshalle mit Restaurant, Bühne und Konferenzräumen verwandelt hat - und bis die Halle wieder für ihr hauptsächliches Publikum offensteht: den Sportlerinnen und Sportlern und ihren Fans.

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