Haus ist nach Brand völlig zerstört

Familie verzweifelt

SELM Fassungslos steht das Ehepaar Elandt vor den Resten ihrer Existenz. Zersplitterte Dachziegel liegen auf dem Hof, die Hauswand zeigt Brandspuren, vor den Haus flattert trostlos ein rot-weißes Absperrband.

von Von Alexandra Neuhaus

, 06.07.2009, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir stehen vor den Nichts“, sagt Heike Elandt.  Am Samstag brannte der Dachstuhl des braunen Hauses in der Nettebergerstraße lichterloh. Glück währte acht Monate Es war der Dachstuhl des Hauses, das für Familie Elandt die Erfüllung ihrer Träume bedeutet hatte. Ein Haus, drei Etagen, mit Garten in ruhiger Wohnlage – ein kleines Paradies, nicht nur für Horst und Heike Elandt. Auch ihre beiden Töchter Sina (20 Jahre) und Gianna (17 Jahre), die zwei Hunde und Katzen bekamen ihr eigenes Reich.   Im Dezember 2008 bezogen sie das neue Heim – doch das Glück sollte nur acht Monate währen. Der Brand zerstörte die oberste Etage komplett. Das erste Obergeschoss konnte zum Teil gerettet werden. Doch durch das Löschwasser der Feuerwehr ist das komplette Haus unbewohnbar. Tochter Gianna hat alles verloren „Während des Brandes habe ich einfach nur funktioniert“, sagt Heike Elandt. Die Ohnmacht, die Verbitterung, die Verzweiflung, all‘ das kam erst später. Besonders schlimm hat es die Töchter getroffen. „Gianni wohnte direkt unterm Dach. Sie hat alles verloren. Möbel, Kleidung, Schulbücher, nichts ist geblieben“, sagt ihre Mutter. Gianna Elandt macht gerade eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten. „Wo soll sie das Geld hernehmen, alles zu ersetzen? Von den ideellen Werten von Fotos oder Karnevalskostümen ganz zu schweigen“, fragt die Mutter. Die älteste Tochter Sina bewohnte die erste Etage. Sie hat gerade ihre Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte beendet, ist in der Bewerbungsphase. Doch das Feuer machte auch vor ihrem Computer und den Bewerbungsunterlagen nicht Halt.  „Es ist alles verbrannt“, sagt ihr Vater. Die Verzweiflung ist spürbar, die Zukunftsängste greifbar, und sein leere Blick verrät viel mehr als Worte sagen können. Familie Elandt ist vorübergehend bei den Nachbarn untergekommen. „Mit Sack und Pack durften wir bei unseren direkten Nachbarn einziehen.“Ursache noch nicht gefunden  Wie gut, dass es Menschen gibt, die in schweren Zeiten beistehen. Zumindest das Mobiliar aus dem Erdgeschoss konnte gerettet werden. „Das steht jetzt unter unserem Carport im Garten“, sagt Horst Elandt. Wettergeschützt ist etwas anderes. „Wir suchen jetzt nach einer kostengünstigen Möglichkeit die Möbel unterzustellen“, sagt seine Frau. Die Ursache für den Brand war auch gestern noch unklar. Heute kommt die Kriminalpolizei mit einem Sachverständigen. Doch bei aller verständlichen Verzweiflung, die der Verlust der Existenz hervorruft, die Familie bleibt kämpferisch. „Wir sind alle gesund. Es hätte noch schlimmer kommen können. Das Leben muss weitergehen“, sagt Horst Elandt.

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