Am ehemaligen Marktplatz in Bork plant die Caritas ein Altenheim zu bauen. Doch auch mit diesen Plätzen wird der Bedarf in Selm noch nicht gedeckt. © Goldstein
Entscheidung in diesem Monat

Heime und Kurzzeitpflege: In Selm werden mehr Plätze benötigt

Die Menschen werden immer älter und damit steigt auch in Selm die Zahl der Pflegebedürftigen an. Laut Pflegebedarfsplan fehlen aktuell Pflegeplätze, aber auch Plätze in der Kurzzeitpflege.

In Selm fehlen laut dem aktuellen Pflegebedarfsplan des Kreises Unna 13 Plätze in Pflegeheimen und grundsätzlich Plätze für die Kurzzeitpflege. Nach Landes-Verordnung müssen die festgestellten Bedarfe ausgeschrieben werden, erläutert auf Anfrage Hans Zakel, Sozialplaner beim Kreis Unna.

Die Ausschreibung der Heimplätze ist im Februar dieses Jahres erfolgt, mit Veröffentlichung im Amtsblatt – „wobei auch unsere Auswahlkriterien deutlich wurden“, so Zakel. Die Bewerbungsfrist endete am 18. Juni. Die Bewertung der Bewerbungen läuft. Etwa Mitte August wird eine interne „Jurysitzung“ stattfinden – zuständig ist der Fachbereich Arbeit und Soziales mit dem Sachgebiet „Grundsatzangelegenheiten und Soziale Sicherung“ des Kreises Unna.

Bevor eine Entscheidung getroffen wird, tauscht der Kreis mit der Stadt Selm Informationen darüber aus, wo eine sozialräumliche Verteilung dieser zusätzlichen Plätze besonderen Sinn macht.

Der Caritas-Verband Lünen-Selm-Werne plant ein neues Pflegeheim an einer umstrittenen Stelle in Bork. „Die wenigen neu ausgeschriebenen Plätze für die Dauerpflege in Selm sind bislang natürlich noch nicht in der Caritas-Planung berücksichtigt worden, weil der Verband noch nichts davon wissen konnte“, erklärt Zakel.

Ob sich jemand für eine so geringe Platzzahl wie den Bedarf von 13 Plätzen beworben habe, werde man sehen. Zakel: „Wir sind rechtlich tatsächlich gezwungen, jeden festgestellten Platz zu beziffern und auszuschreiben, und wenn es nur einer wäre. Theoretisch könnte dann ja auch ein bestehender Anbieter ausweiten und wir würden diese wirtschaftlich mögliche Entwicklung sonst verhindern.“ Ansonsten müsste man warten, bis sich für Neubauten eine wirtschaftliche Größenordnung ergeben könne – irgendwann sollte sich jemand melden, bzw. sollten die festgestellten Bedarfe wieder für viele Anbieter Potential besitzen.

Wie schnell die Bedarfszahlen in Selm steigen, ist abhängig von der demografischen Entwicklung, aber auch vom realen Nachfrageverhalten und dem Vorhandensein von Effekten für Pflegebedürftige durch Pflege-WGs, Tagespflegen, Service-Wohnen und guten flächendeckenden Beratungen.

Im Hinblick auf die fehlenden Kurzzeitpflege-Plätze in Einrichtungen brauche man in Selm auf jeden Fall so genannte solitäre Plätze, also solche, die nur für Kurzzeitpflege und langfristig im Voraus buchbar sind. Es fehle jedoch noch an der Umsetzung der endlich bundesgesetzlich beschlossenen Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen, so Zakel.

Im Pflegebedarfsplan steht für Selm auch noch eine Empfehlung. Gut wäre es, so die Fachleute des Kreises, wenn es in Selm weitere acht Pflege-WG-Plätze und weitere 115 Service-Wohnungen in Zukunft geben würde.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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