Hüppe greift Landrat an: "Den Hofstaat verkleinern"

BORK Freunde sind SPD-Landrat Michael Makiolla und CDU-Kreisvorsitzender Hubert Hüppe nicht. Der Bundestagsabgeordnete griff den Landrat bei der Mitgliederversammlung der CDU Bork heftig an - unter anderem wegen der geplanten Neubesetzung eines Dezernentenpostens.

von Von Theo Wolters

, 13.01.2008, 14:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hüppe greift Landrat an: "Den Hofstaat verkleinern"

Hubert Hüppe.

"Ich nehme meine Aufgabe als Kreisvorsitzender sehr ernst und mische mich auch in die Kreispolitik ein", sagte Hubert Hüppe. "Der Landrat hat nun die Möglichkeit, seinen Hofstaat zu verkleinern. Diese Chancen solle er nutzen."

Die CDU sei gegen eine Neubesetzung der Dezernentenstelle, die durch den Weggang von Gabriele Warminsik-Leitheußer nach Mannheim frei werde. Man habe diesen Posten schon den Schwarzen angeboten. "Doch diesen Fehler sollten wir nicht machen. Die Arbeit kann auch auf die Amtsleiter verteilt werden", erklärte Hüppe.

Geld besser für Soziales ausgeben

Das Geld sei besser im sozialen Bereich angelegt. So sei beispielsweise nicht zu verstehen, dass der Schulbesuch für zwei behinderte Selmer Kinder in Nordkirchen lediglich an 1400 Euro jährlich scheitere. Hubert Hüppe ging damit auf das Schicksal mehrfachbehinderter Kinder in Selm ein, die täglich nach Herne gefahren werden müssen, obwohl eine geeignete Einrichtung in Nordkirchen vor der Haustür liegt (wir berichteten). "Ich werde alle Kreistagsfraktionen anschreiben und auf dieses Problem hinweisen. 1400 Euro sollte der Kreis doch wohl übernehmen können."

Hubert Hüppe kritisierte auch die Selbstdarstellung des Landrats. "Er veranstaltet Konferenzen und noch mal Konferenzen, die alle ohne ein Ergebnis bleiben." So seien die pädagogischen Fachleute bei einer fünfstündigen Familienkonferenz gewesen, wo sie nicht viel Neues erfahren hätten. "Ihre Arbeit vor Ort wäre in dieser Zeit sinnvoller gewesen. Beschämend auch, dass der Landrat nach 90 Minuten die Konferenz wieder verlassen hat."

Kreisvorstand geht in Familien-Klausur

Der neu gewählte CDU-Kreisvorstand werde sich bei einer Klausurtagung auch mit dem Thema Familie beschäftigen. "Es ist wichtiger, mit den Familien über ihre Probleme zu reden. Konferenzen helfen den Familien nicht."

Der Bundestagsabgeordnete Hüppe ist mit der Politik der letzten zwei Jahren recht zufrieden. "Wir haben weniger Arbeitslose, mehr Wachstum und täglich werden 1200 neue Arbeitsplätze geschaffen." Auch im Kreis Unna sei die Arbeitslosigkeit gesunken. "Dies haben wir aber nicht dem Landrat zu verdanken." Nun sei es wichtig, den Kurs fortzusetzen. "Wenn wir jetzt Geschenke verteilen, wäre dies schlecht für das Ganze."

Die Bundespolitik werde in den kommenden Monaten jedoch nicht einfacher. "Jeder geht jetzt so langsam in die Startlöcher für die nächsten Wahlen." Er glaube aber auch, dass die Stimmung nach den bevorstehenden Landtagswahlen wieder besser werde.

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