Verletzte Beine und Maden: Borker findet durch Mähroboter verletzten Igel

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Drei verletzte Beine, eine Wunde, in der sich Maden tummeln. In Bork hat Frank Bußmann einen schwer verletzten Igel gefunden. Der Grund für die Verletzungen: ein Mähroboter.

Bork

, 25.07.2020, 12:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frank Bußmann war am Mittwoch gerade auf dem Weg vom Wertstoffhof zu seinem zu Hause in Bork, als er an der Waltroper Straße auf einen kleinen Igel aufmerksam wurde. Der Igel saß auf der Straße und er kam nicht mehr die Bordsteinkante hoch. Kein Wunder: ein Bein schleifte er hinter sich her, zwei weitere Beine waren ebenfalls verletzt, wie sich später herausstellte.

Er habe sich erschreckt, als er den Igel gesehen hat, erzählt Frank Bußmann im Gespräch mit der Redaktion. „Es war am hellichten Tag, eigentlich sieht man einen Igel dann ja gar nicht“, sagt Bußmann. Die Tiere seien schließlich nachtaktiv.

Bußmann hielt sein Auto an. Da er gerade vom Wertstoffhof kam, hatte er noch Handschuhe und einen Karton dabei und nahm den Igel an sich. Neben den Verletzungen an den Beinen war das Tier auch im Kopfbereich verletzt. „An der Schnauze war schon alles verkrustet“, erzählt Frank Bußmann. Zunächst habe er sogar gedacht, das Tier habe ein Auge verloren: Dann merkte Bußmann, dass das Tier von Maden befallen ist. Deshalb auch der Gestank. „Als ich die Verkrustung gesehen habe, dachte ich mir schon, dass bestimmt ein Mähroboter den Igel erwischt hat“, erzählt Bußmann.

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Erste Hilfe für Igel der Igelhilfe Münsterland: - Igel auf Verletzungen, Maden, Zecken und Flöhe untersuchen - Den Igel wiegen und Körpertemperatur am Bauch fühlen (ein unterkühlter Igel darf nicht fressen oder trinken wegen Kollapsgefahr) - Bei Unterkühlung eine im Handtuch eingewickelte Wärmflasche anbieten - Igel in einem mindestens 45cm hohen Karton bei einer Raumtemperatur von ca. 20 Grad unterbringen - Wenn Igel nicht unterkühlt ist, eine kleine Portion Nassfutter, oder ungewürztes Rührei sowie Wasser anbieten - dem Igel kein Obst, Gemüse oder Milch anbieten

Hilfe in der Pflegefamilie

Zu Hause angekommen, informierte sich Bußmann zunächst darüber, wie er mit dem Tier umgehen soll und stieß dabei auf die Notfall-Hotline der Igelhilfe Münsterland. Er rief dort an und versorgte das Tier mit Wasser und Rührei.

Schließlich erfuhr er von der Igelhilfe, dass das verletzte Tier bei einer „Pflegefamilie“ in Davensberg aufgepäppelt werden könne. Jeder, der einen schwachen oder verletzten Igel findet, kann sich zum Beispiel bei der Igelhilfe Münsterland melden. Dabei handelt es sich um einen ehrenamtlichen Zusammenschluss von Tierfreunden, die verletzte Igel in ihrer Freizeit versorgen - mit den eigenen finanziellen Mitteln.

Hunderte Igel sterben durch Rasenroboter

In der Pflegefamilie angekommen wurde der Igel dann gesäubert und seine Wunden versorgt. Dabei bestätigt sich dann auch noch einmal Frank Bußmanns Vermutung, dass das Tier unter eine Mähroboter geraten ist - kein seltenes Schicksal für die Tiere.

„Jedes Jahr sterben hunderte von Igel deutschlandweit durch Verletzungen, verursacht durch motorisierte Gartenwerkzeuge. Und nur aus dem Grund, weil die Tiere zur falschen Zeit am falschen Ort geschlafen haben“, sagte zum Beispiel Martina Gehret, Igelexpertin beim bayerischen Naturschutzbund LBV schon 2018. Damals verwies sie auch auf einen Test der Stiftung Warentest, der erhebliche Sicherheitsmängel bei einigen Rasenrobotern feststellte - eine Gefahr nicht nur für kleine Igel, sondern auch für im Garten spielende Kinder.

Frank Bußmann jedenfalls hofft, dass der verletzte Igel, den er gefunden hat, durchkommt. Gewiss ist das aber noch nicht. Hoffnung hat er auch darauf, dass mit Mährobotern in Zukunft verantwortungsvoller umgegangen wird: „Wenn man die Mähroboter so programmiert, dass sie wirklich nur am Tag fahren, würde das vielleicht schon helfen“, meint Bußmann.

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Die Igel-Hilfe Münsterland ist zu erreichen über www.facebook.com/igelhilfeMuenster oder das Notfallhandy unter 0162-2396640.
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