Insolvenzverfahren für Polenz: Was bedeutet das für das Kunstwerk auf dem Rodelhügel Selm?

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Die Arbeiten am Rodelhügel im Selmer Auenpark sind weit fortgeschritten - noch fehlt die geplante Skulptur. Doch das beauftragte Unternehmen Polenz ist in Insolvenz gegangen.

Selm

, 15.03.2020, 07:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die wirtschaftliche Situation bei der international renommierten Metall-Design-Manufaktur Polenz in Lüdinghausen scheint ausgesprochen schwierig. Der Insolvenzverwalter - Rechtsanwalt Stephan Michels, Münster - lässt über seinen Pressesprecher Holger Voskuhl (rw konzept GmbH) mitteilen, dass „der Geschäftsbetrieb kein Geld hergibt, um die Mitarbeiter zu bezahlen.“ Sie sind deshalb freigestellt.

Bereits in den Monaten Dezember, Januar und Februar konnten im zunächst vorläufigen Insolvenzverfahren die Mitarbeiter nur deshalb bezahlt werden, weil das Insolvenzgeld floss. In einer Mitteilung des Amtsgerichts Münster, Aktenzeichen: 78 IN 60/19, heißt es, dass „wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 1. März das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist.

Insolvenzverwalter zeigt beim Amtsgericht Masseunzulänglichkeit an

Nur zwei Tage später (am 3. März) ging bei Gericht die Anzeige des Insolvenzverwalters ein, dass Masseunzulänglichkeit vorliegt. Was bedeutet das für die wirtschaftliche Situation des Unternehmens? Um diese Anzeige einordnen zu können, muss man sich ein wenig mit dem Insolvenzrecht beschäftigen.

Dazu schreibt die Schuldnerberatung: Die Insolvenzordnung bezeichnet Vermögen, das dem Schuldner zur Zeit der Insolvenzeröffnung gehört und was er danach erwirbt, als Insolvenzmasse. Aus dieser Masse werden die Insolvenzgläubiger anteilig befriedigt.

Gläubiger gehen unter Umständen völlig leer aus

Für sie wird das Insolvenzverfahren durchgeführt, weil der zahlungsunfähige Schuldner ihre – vor der Insolvenzeröffnung entstandenen – Geldforderungen nicht bezahlt hat. Wenn ein Unternehmen in Insolvenz gerät, reicht das Vermögen des Unternehmens nicht, um alle finanziellen Forderungen voll zu erfüllen.

Manchmal ist diese Masse, also die vorhandenen Mittel, sogar zu gering, um andere Forderungen zu bezahlen, die mit dem Insolvenzverfahren in Verbindung stehen. In diesen Fällen spricht die Insolvenzordnung von Massearmut oder Masseunzulänglichkeit. Die Masseunzulänglichkeit hat negative Folgen vor allem für die Insolvenzgläubiger, weil sie unter Umständen völlig leer ausgehen.

Insolvenzverwalter spricht aktuell mit interessierten Firmen

Aktuell führt nach Aussage von Pressesprecher Holger Voskuhl der Insolvenzverwalter intensive Verhandlungen mit anderen Unternehmen. Damit bleibt zunächst unsicher, ob die 65 Beschäftigten von Polenz eine berufliche Perspektive im Unternehmen haben.

Die Selmer Stadtverwaltung bleibt optimistisch - zumindest was die Skulptur angeht. Sie geht davon aus, „dass das Kunstwerk auf dem Rodelhügel montiert wird. Ob der Zeitplan gehalten werden kann, ist derzeit aufgrund des Coronavirus nicht planbar“, sagt Pressesprecher Malte Woesmann.

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