Jugendliche wollen weiter machen

Leitungsteam hat die Kündigung des Mietvertrages nicht überrascht

16.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Selm Sie waren zuerst geschockt und enttäuscht, doch dann war ihnen schnell klar: Wir machen weiter. Die Kündigung des Mietvertrags zum Ende des Jahres war für das Leitungsteam der Selbar keine große Überraschung mehr. ?Wir hatten mit einer Kündigung gerechnet, da man uns dies schon oft angekündigt hat?, so Lisa Simmberg. Die Bewohner der Wohnungen im Haus seien oft in die Selbar gekommen und hätten eine Kündigung angedroht. ?So richtig verstehen können wir dies nicht, haben wir die Probleme im Außenbereich doch in den Griff bekommen?, ergänzt Srilavanyan Sridhavan. In der Anfangsphase hat es immer wieder Probleme, auch mit den Anwohnern, gegeben, da viele Jugendliche bei gutem Wetter sich auch vor der Selbar aufgehalten haben. Srilavanyan Sridhavan: ?Nachdem wir aber Platzrecht erhalten haben, hat sich dieses Problem gelöst.? Das Leben habe sich dann immer in der Selbar abgespielt. ?Wir haben die Öffnungszeiten am Freitag und Samstag auch bis 24 Uhr reduziert?, so Anna Dörken. Dadurch hätten sie aber finanzielle Verluste hinnehmen müssen. ?Die Jugendlichen über 18 Jahre gehen halt erst später am Wochenende raus. Klar, dass sie nicht mehr in die Selbar kommen, wenn diese bereits um 24 Uhr schließt.? Lisa Simmberg kann es auch nicht verstehen, dass sich die Bewohner aufgeregt haben, nur weil die Selbar wegen der Übertragung eines UEFA-Cupspiels in der Woche nicht um 22 sondern erst gegen 23 Uhr geschlossen habe. ?Es war wirklich kein Lärm, draußen konnte man nichts hören. Sollten wir denn die Selbar während der Übertragung schließen?? Die Jugendlichen müssen nun aber akzeptieren, dass ihr Projekt an diesem Standort nicht fortgeführt werden kann. ?Wir haben dieses Projekt begonnen und werden es fortsetzen?, gibt sich Lisa kämpferisch. Man kämpfe nun um einen neuen Standort. ?Dieser müsste aber schon so zentral wie der jetzige liegen. Denn die Jugendlichen sollen die Selbar doch leicht erreichen können.? Wichtig sei auch, dass man wieder einen Standort in Nähe von Bushaltestellen finde. Rund 30 Jugendliche arbeiten aktiv in der Selbar mit, werden zum Thekendienst eingeteilt. In der Woche kommen täglich rund 50 junge Selmer, am Wochenende sogar rund 100 in die Selbar. Srilavanyan Sridhavan: ?Diese Zahlen zeigen doch, dass unser Projekt angenommen wird.? Das Leitungsteam hofft nun auf eine erfolgreiche Suche nach einem Standort. ?Wichtig ist jetzt aber auch, dass die Jugendlichen ihre Selbar nicht im Stich lassen und sich weiter bei uns treffen?, hofft Lisa Simmberg. HTW Die Selbar ist sonntags bis donnerstags von 13 bis 22 und freitags und Samstags von 13 bis 24 Uhr geöffnet.

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