Keine Erdgastankstelle in Selm: Gibt es vielleicht doch eine Lösung?

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Einst konnten Erdgasauto-Fahrer an der damaligen Aral-Tankstelle an der Kreisstraße tanken. Die Tankstelle ist weg. Erdgas zu tanken ist in Selm nicht möglich. Oder vielleicht doch bald wieder?

Selm

, 10.09.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die Aral-Tankstelle Ende 2019 schloss, weil das gesamte Gelände mit Tankstelle und Autohaus Rüschkamp überplant werden sollte, horchten Fahrer von Erdgasfahrzeugen auf. Wo sollten sie fortan Erdgas tanken? Eine Lösung schien sich abzuzeichnen, weil es an der neu zubauenden HEM-Tankstelle am vierten Arm des Kreisverkehrs Bundesstraße 236/Zeche-Hermann-Wall womöglich eine Erdgaszapfsäule geben könne, wie der Grundstückseigentümer Joan-Hendrik Rüschkamp Anfang dieses Jahres der Redaktion gegenüber erklärte.

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Nun, HEM war dann nicht mehr interessiert, „weil es der Platz an der Tankstelle nicht hergibt“, wie Stefan Multhaup, Bezirksleiter bei der HEM-Muttergesellschaft Deutsche Tamoil GmbH, am Rande der Neueröffnung der HEM-Tankstelle am Mittwoch, 9. September, der Redaktion gegenüber erklärte.

Doch schon beim Neujahrsempfang deutete Bürgermeister Mario Löhr im Gespräch mit der Redaktion an, dass auch die Stadt nach einer Lösung für die Erdgasauto-Fahrer suche. Denkbar sei, einen Standort an der Werner Straße für das Erdgas-Tanken anzubieten.

Vor dem Kreisverkehr Zeche-Hermann-Wall und Werner Straße ist die Autobahn ausgeschildert. In diesem Bereich könnte Erdgastanken möglich werden. So plant es die Stadt. Gespräche laufen.

Vor dem Kreisverkehr Zeche-Hermann-Wall und Werner Straße ist die Autobahn ausgeschildert. In diesem Bereich könnte Erdgastanken möglich werden. So plant es die Stadt. Gespräche laufen. © Arndt Brede

Und diese Variante scheint jetzt wieder aktuell zu sein. Denn Mario Löhr erklärte am Mittwoch gegenüber der Redaktion: „Wir stehen als Verwaltung schon noch im Wort. Wir suchen auch weiterhin das Gespräch mit anderen Partnern.“ Der bei der Stadt zuständige Dezernent Stephan Schwager sei da federführend verantwortlich.

Möglicher Standort Werner Straße?

Diese Partner hätten signalisiert, dass sie sich vorstellen könnten, an einem anderen Standort als am vierten Arm des Kreisverkehrs B236/Zeche-Hermann-Wall aktiv zu werden.

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Dieser andere Standort, das wäre aus Sicht der Stadt die Werner Straße. Welche Fläche das sein könnte, sagte Löhr nicht. Ebenso nannte er kein Zeitfenster. Das Thema ist aber offenbar nicht vom Tisch.

Im Gespräch mit der Redaktion erklärte Joan-Hendrik Rüschkamp, wie die Situation in Sachen Kundenfrequenz an der Aral-Erdgastankstelle war, als der Abriss der Aral-Tankstelle anstand: „HEM und Tamoil haben sich die Platzsituation angeschaut. Ich konnte ihnen die letzten Zahlen von der Erdgassäule bei Aral zur Verfügung stellen. Anfangs waren das 1000 Kilogramm pro Monat. Am Schluss ist das nur noch ein Bruchteil davon gewesen.“ 2002 habe er das Thema Erdgastankstelle in Selm vorangetrieben. Damals habe es aber viel mehr Automarken gegeben, die auf Erdgas gesetzt hätten. „Die haben sich ja fast alle zurück gezogen.“ Was hinzu komme: In Selm gebe es gerade mal einen Erdgasfahrzeug-.Bestand von 40.

Sollte die Stadt jedoch einen Betreiber für Erdgas-Tanken an der Werner Straße finden, halte er das für einen sehr geeigneten Standort. Aus zwei Gründen: Der Standort Werner Straße und seine Nähe zur Autobahn sei sehr gut. Und: „Lkw und Erdgas, das scheint eine kleine Nische zu werden“, sagte Rüschkamp. Lkw werden bekanntlich an Selm vorbei über den Zeche-Hermann-Wall und die Werner Straße zur Autobahn A1 geführt.

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