So sah es während der Abiturfeier 2020 am Selmer Gymnasium aus: Eine coronakonforme Abschlussfeier - aber kein Abiball. In diesem Jahr könnten Feiern im Winter die Hilfe sein. © Viktoria Michelt (A)
Schulen und Corona

Keine Klassenfahrten an Selms Schulen – Abiball im Winter?

An einen normalen Schulbetrieb ist in Corona-Zeiten noch lange nicht zu denken. Klassenfahrten wird es in Selm in diesem Schuljahr nicht geben, und auch andere Veranstaltungen fallen weg.

Noch einmal gemeinsam auf Klassenfahrt fahren, bevor die gemeinsame Schulzeit endet. Das hat Corona ziemlich unmöglich gemacht. Für die 10. Klasse der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule war irgendwann einmal geplant, dass sie im Herbst 2020 fahren sollte, dann wurde wegen Corona auf den März 2021 verschoben. Dass auch das sehr unwahrscheinlich sein würde, hatte die Entwicklung der Corona-Zahlen mit Lockdown light im November und dann dem Lockdown im Dezember bereits gezeigt.

Inzwischen hat das NRW-Schulministerium auch die letzten Zweifel beseitigt: Bis zu den Sommerferien würde es keine einzige Klassenfahrt mehr geben, hatte das Ministerium klar gestellt. Damit sind effektiv alle Klassenfahrten für dieses Schuljahr gecancelt.

Die jetzigen 10er seien schon gestraft, durch dieses Corona-Jahr, sagt Benedikt Striepens, Abteilungsleiter für die Stufen 8 bis 10 an der Sekundarstufe. „Dafür sind die Schüler aber sehr gelassen“, findet der Lehrer. Einen Nachholtermin für die Abschlussfahrt wird es nicht geben können.

Auch andere Aktivitäten müssen ruhen

Auch wenn es schade sei, auch für die 6er und 7er, für die es ursprünglich im Mai auf eine Fahrt gegangen wäre, „das ist dann einfach so“, sagt Striepens. Für die jetzige 9. Klasse gelte aber, dass die Schülerinnen und Schüler eine mögliche Abschlussfahrt planen. Zu den Planungen selbst hatte das Ministerium auch ausdrücklich ermuntert, sagt Striepens. Natürlich hängt die Frage, ob diese Fahrt dann aber stattfinden kann, an der aktuellen Corona-Lage. „Wenn das Ministerium das absagt, dann ist auch das so“, sagt Striepens pragmatisch.

Am Gymnasium in Selm ist die Lage nicht anders. „Wir pflegen auch den Gedanken, dass keine Fahrten aus dem letzten Jahr stattfinden können“, sagt Schulleiter Ulrich Walter. Walter sieht aber nicht nur die ausfallenden Klassenfahrten als fehlenden Teil des schulischen Zusammenlebens, der wegfällt, sondern auch andere Aktivitäten: „Das ganze neben der Schule stattfindende Programm fällt ja auch aus“, sagt Walter. Als Beispiel hierfür nennt er die Musikveranstaltungen der Schule, die es normalerweise zu verschiedenen Jahreszeiten gibt.

Abibälle im Winter?

Oder auch die Abibälle. Im vergangenen Jahr hatte es immerhin eine coronakonforme Abschlussveranstaltung gegeben, einen richtigen Abiball aber nicht. „Wir hoffen, dass sie stattfinden können“, sagt Walter über die Abibälle, aber selbst da werde schon über Alternativen nachgedacht. Zum Beispiel darüber, ob die Bälle vielleicht im Winter stattfinden könnten. Dann sind die Schüler zwar gegebenenfalls schon in Studium oder Ausbildung, könnten so aber – wenn es die Lage zulässt – die Chance haben, ihren Abschluss noch gebührend zu feiern. „Auch da ist Flexibilität gefragt“, sagt Walter.

Er findet, die Schülerinnen und Schüler, in diesem Fall auch das Organisationskomitee für die Abiveranstaltungen, gingen sehr verantwortungsvoll mit der Situation um. „Sie sagen nicht einfach, Augen zu und durch“, sagt Walter, stattdessen hätten die Schülerinnen und Schüler gelernt, mit der Situation umzugehen und auch damit zu leben.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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