Kilometerweise Kabel und Arbeit in der Cloud: So werden die Selmer Schulen digitaler

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Die Overbergschule macht gerade den nächsten großen Schritt in Richtung digitaler Unterricht. Mit neuer Technik geht die Grundschule ins nächste Schuljahr. Und das ist erst der Anfang.

Selm

, 25.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von den Klassenräumen der Overbergschule sind die Arbeiten der Elektriker mittlerweile zum größten Teil in den Keller gewandert. Über sieben Kilometer Kabel haben die Handwerker in den vergangenen Wochen in der Grundschule an der Kreisstraße verlegt. Und das war nur ein Teil der Arbeiten.

Die Overbergschule hat in diesen Wochen den nächsten großen Schritt in Richtung Digitalisierung gemacht. Ziel der Stadt Selm ist es, mit dem größtmöglichen Einsatz dieses für Schulen wichtige Zukunftsthema weiterzubringen.

„Wir investieren Millionen.“
Sylvia Engemann, Kämmerin der Stadt Selm

„Wir investieren Millionen“, macht die Beigeordnete und Kämmerin der Stadt Selm, Sylvia Engemann, beim Ortstermin in der Schule deutlich. Knapp 1,2 Millionen seien es genau, verteilt auf alle Selmer Schulen. Die Overbergschule ist die erste Selmer Schule, die jetzt rundherum vorbereitet wird auf den digitalen Unterricht. Rund 200.000 Euro entfallen aus dem Gesamttopf auf die Grundschule.

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Lan-Anschlüsse, W-Lan, USB- und HDMI-Buchsen - die Klassenräume bekommen alle Möglichkeiten, um mit Laptops, Beamern oder Tablet-PCs im Unterricht arbeiten zu können. Durch die kilometerlangen Datenkabel erreichen die Klassenräume in Zukunft Verbindungsgeschwindigkeiten von 30 Megabit (MBit) pro Sekunde.

Kilometerweise Kabel und Arbeit in der Cloud: So werden die Selmer Schulen digitaler

Die Kreidetafel ist nicht verschwunden aus den Klassenräume. Sie hat aber Verstärkung bekommen durch neue Technik. © Karim Laouari

Zum Vergleich: Der aktuelle Leistungsdurchschnitt liegt in Deutschland derzeit laut globalem Internet-Festnetz-Speedtest (Stand: Juli 2019) bei 73.23 Mbit und erreicht im internationalen Ranking nur Platz 34, hinter Panama (73,32 Mbit), Spanien (106,76 Mbit) und dem weltweit aktuell Fünftplatzierten Rumänien (130,79 Mbit). Platz eins belegt übrigens Singapur mit 191,93 Mbit pro Sekunde.

Online-Arbeit an mehreren Geräten gleichzeitig

30 MBit mögen im Vergleich nach wenig klingen, sie ermöglichen es aber, dass in den Klassenräumen online parallel an mehreren Laptops oder Tablet-PCs gearbeitet werden könne, ohne dass die Leistung einbricht, erklärt Sylvia Engemann.

Kilometerweise Kabel und Arbeit in der Cloud: So werden die Selmer Schulen digitaler

Ausstattung bis unter die Decke ist hier im wörtlichen Sinn gemeint: Unter der Decke sind diverse Anschlussmöglichkeiten in den Klassenräumen angebracht. © Karim Laouari

Für Schulleiterin Christine Jücker ist die Vorfreude auf das neue Schuljahr bereits groß, denn in der Overbergschule sei schon vorher viel mit digitalen Hilfsmitteln gearbeitet worden, wie sie sagt. „Wir haben ein junges Kollegium“, so Jücker. Für drei der Lehrerinnen und Lehrer sei die Arbeit mit digitalen Lehrmitteln ganz normal. Sie selbst gehöre da im Vergleich eher zur alten Schule, fügt die Schulleiterin hinzu und lacht.

Arbeit in der Cloud ist schon alltäglich

Trotzdem: Das gesamte Kollegium arbeite mittlerweile unter anderem mit digitalen Unterrichtsmaterialien, die in der gemeinsamen Cloud, also dem Server als Speicherplatz, auf den auch von zu Hause beispielsweise zugegriffen werden kann.

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Jetzt soll an diese digitalen Grundlagen angeknüpft werden. Das gilt nicht nur für die Overbergschule. Hier hat die Stadt nur den ersten Schritt gemacht. Auch die anderen Schulen sollen jetzt nach und nach digital aufgerüstet werden. In den Herbstferien würden zum Beispiel das Städtische Gymnasium und die Grundschule Auf den Äckern in Bork anstehen, kündigt Tim Mantei vom Gebäudemanagement der Stadt an.

Baustelle: IT-Wartung

Viel Ausstattung bedeutet gleichzeitig aber auch einen großen Wartungsbedarf: Auch darauf sei die Stadt eingestellt, erklärt Sylvia Engemann. So sei beispielsweise eine Stelle für die IT-Wartung im Stellenplan der Stadt vorgesehen. Gleichzeitig habe die Stadt aber auch einen „Brandbrief“, wie die Kämmerin sagt, an das Land geschrieben, weil gerade beim Thema IT-Wartung die Finanzierung noch nicht gesichert sei.

Mit dem Schulstart am 28. August wird das alte Netzwerk noch nicht komplett abgeschaltet. Es laufe noch parallel mit dem neuen, bis die neue Hardware in der Overbergschule komplett eingerichtet und durchgetestet sei, erklärt Tim Mantei.

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