Kindergartenjahr 2020/2021: Acht Kinder auf der Vormerkliste der Stadt Selm

hzKindergartenplätze in Selm

Die neue Kita am Pädagogenweg geht später an den Start als ursprünglich geplant. Wie hat die Stadt vor, trotzdem alle Kinder unterzubringen, die einen Betreuungsbedarf haben?

Selm

, 05.03.2020, 14:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht so gut sah es unmittelbar nach der Auswertung der Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2020/2021 in Selm aus: 20 Kinder, die über drei Jahre alt sind, und 20 Kinder unter drei Jahren waren da zunächst nicht mit einem Kindergartenplatz versorgt.

Zunächst: Mittlerweile stellen sich die Zahlen aber schon anders - deutlich besser - dar. Das erklärte Wolfgang Strickstrock von der Stadt Selm am Mittwoch im Familienausschuss.

Von den ursprünglich 40 Kindern ohne Kindergartenplatz konnten bis jetzt 32 von der Stadt mit entsprechender Betreuung ab August 2018 versorgt werden: Die Weiternutzung der zusätzlichen Plätze bei den Kleinen Strolchen und in den Kitas Konfetti und St. Martin sowie die Ausweitungen der Tagespflege haben das möglich gemacht.

Acht Ü-3-Kinder noch ohne Betreuungsplatz

Es bleiben also acht Kinder - alle über drei Jahre alt -, die gerade noch nicht fest mit einem Betreuungsplatz rechnen können, wenn das Kindergartenjahr im Sommer startet. Sie stehen auf Vormerklisten, sagte Wolfgang Strickstrock.

Er zeigte sich dabei zuversichtlich, dass auch die acht betroffenen Kinder noch untergebracht werden können. „Wir sind dran, auch sie schnellstmöglich zu versorgen“, sagte er. Der Erfahrung der Verwaltung nach sei das bei einer überschaubaren Vormerkliste wie dieser auch nicht so problematisch. „Durch Fluktuation klappt das in der Regel.“ Man stehe mit allen betroffenen Familien in Kontakt.

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Möglich sei es beispielsweise auch, so Sylvia Engemann als Beigeordnete der Stadt Selm, „über die Tagespflege flankierend ein Angebot zu machen“. Das sei, so sagte sie, zwar für Familien mit Ü-3-Kindern vielleicht nicht unbedingt von vornherein so angestrebt, weil viele die vielen sozialen Kontakte für Kinder im Tagesstätten schätzen, aber eben auch eine Möglichkeit. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass kein Kind auf der Strecke bleibt“, sagte sie.

Gar nicht so selbstverständlich: Aus dem ursprünglichen Plan, mit der am Pädagogenweg neu entstehenden Kita im August 2020 an den Start zu gehen, ist ja nichts geworden. Da habe es einfach länger als gedacht gebraucht, um alles in trockene Tücher zu bringen, hatte Bürgermeister Löhr dazu im Gespräch mit der Redaktion als Erklärung gesagt.

70 neue Plätze durch die Kita am Pädagogenweg

Im April 2021, so der neue Plan, soll die Kita jetzt öffnen. Und dann Platz bieten für die Betreuung von insgesamt 70 Kindern - nicht 75 wie Stadtsprecher Malte Woesmann zuletzt mitgeteilt hatte. Der Bau ist noch nicht gestartet. „Wir hoffen aber, da bald in die Umsetzungsphase übergehen zu können“, so Wolfgang Strickstrock.

Wenn die Kita eingerichtet ist, wird es in Selm eine Zahl von 862 Kindergarten-Plätzen geben - 157 davon U3 und 705 Ü3. Aktuell liegt die Zahl noch bei 792 Plätzen, von denen 141 U3 und 651 Ü3 sind.

Investor für Kita am Pädagogenweg ist Marco Reus

70 zusätzliche Plätze und aktuell nur acht Kinder auf der Warteliste: Ist die neue Einrichtung dann eigentlich unbedingt so notwendig? Wolfgang Strickstrock betonte, dass es da kein Risiko einer Fehlplanung gebe.

Im Gegenteil werde es ein Leichtes sein, die zusätzlichen Plätze in Anspruch zu nehmen, so seine Einschätzung nach Gesprächen mit Eltern. Außerdem nehme es aus der gesamten Betreuungssituation den Druck heraus.

Die Kita am Pädagogenweg wird - das haben wir schon berichtet - von dem BVB-Profi Marco Reus finanziert: Er tritt in dem Projekt als Investor auf, das Lüner Unternehmen Benthaus plant und baut die neue Einrichtung. Träger soll das Deutsche Rote Kreuz (DRK) werden.

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