Kindertagespflege in Selm: Die kleine Rückkehr zur Normalität

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Seit Donnerstag dürfen Kinder über zwei Jahren wieder zur Tagesmutter. Für Tagesmütter in Selm heißt das wieder ein gutes Stück Rückkehr zur Normalität. Na ja, fast zumindest.

Selm

, 20.05.2020, 10:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein bisschen Respekt hatte Manuela Prager ja schon, als sie am Donnerstag wieder ihre Tagespflegekinder begrüßen durfte. Achteinhalb Wochen hatte sie die Kinder nicht gesehen, vielleicht mal ein Foto per Whatsapp verschickt. Alles wegen der Corona-Beschränkungen. Doch Sorgen hätte sie sich nicht machen müssen. „Die Kinder kamen alle rein, als wäre nichts gewesen“, erzählt Manuela Prager, „die sind direkt wieder im Alltag angekommen.“

Als das Land NRW im März verkündete, dass Schulen und Kitas geschlossen bleiben, galt das genauso auch für Tagespflegeeinrichtungen. Auch sie boten daraufhin eine Notbetreuung an. Auch bei Manuela Prager hätte es sein können, dass sie weiter arbeiten kann, weil viele „ihrer Eltern“ aus den so genannten systemrelevanten Berufen kamen. Da die Eltern aber die Betreuung selbst übernahmen, war für sie erst einmal eine Pause angesagt.

So langsam kehrt in der Tagespflege wieder Alltag ein

Erst hatte sie sich über die freien Tage gefreut, sagt Manuela Prager. Nur wenige Tage später ist ihr aber dann doch die Decke auf den Kopf gefallen. Der Mann bei der Arbeit, die Tochter bei der Arbeit, „nur ich und der Hund allein zu Haus“, sagt Manuela Prager. Es sei geradezu eine Qual, keinen normalen Alltag mehr zu haben, sagt sie. Wobei das keine Beschwerde sein soll. Im Gegenteil. „Hut ab“, sagt sie in Richtung der Stadt Selm, dass diese früh bekannt gegeben habe, dass sie ihre Tagesmütter auch weiterhin bezahlt. Das hätte sie von anderen Tagesmüttern aus anderen Bundesländern auch anders gehört. Dabei sei es doch so, dass das Virus überall den gleichen Schaden anrichtet.

Manuela Prager (l.) und Caroline Westrup im Gespräch. Das Foto entstand noch vor den Corona-Abstandsbeschränkungen.

Manuela Prager (l.) und Caroline Westrup im Gespräch. Das Foto entstand noch vor den Corona-Abstandsbeschränkungen. © Sabine Geschwinder (A)

So langsam kehrt nun also wieder Alltag ein. Seit dem Donnerstag dürfen Kinder, die über zwei Jahre alt sind, wieder regulär in die Tagespflege gehen. Auch in die Kita dürfen stufenweise immer mehr Kinder. Bei Manuela Prager heißt das nun, dass alle Kinder wieder von ihr betreut werden können. Nur ein Kind ist unter zwei Jahren und das darf über die Notbetreuung zu ihr kommen.

Viel draußen spielen

Auch ihre Kollegin Caroline Westrup hat nun fast wieder alle Kinder in der Betreuung, außer einem Kind, das unter zwei Jahren alt ist. Im Gegensatz zu Manuela Prager hatte sie aber durchgängig Kinder zur Betreuung da. Auch sie war gespannt, wie es wird, wenn einige Kinder nach so langer Zeit wieder zurückkommen. „Die sind aber super eingestiegen, obwohl man sich so lange nicht gesehen hat“, sagt Caroline Westrup.

Ein bisschen was ist in Corona-Zeiten aber natürlich anders. „Wir sind viel draußen im Garten“, erklärt Caroline Westrup. Außerdem hat sie das Spielzeug reduziert - so kann leichter alles nach der Benutzung desinfiziert werden. Außerdem gilt für die Eltern immer noch das Betretungsverbot, das schon im März formuliert wurde. Das bedeutet: Die Eltern geben ihre Kinder vor der Tür ab und holen sie dort auch wieder ab. Und das auch zeitversetzt, damit eben nicht alle gleichzeitig da sind. Und die Tagesmütter verschicken an die Stadt eine Art Anwesenheitsliste, damit Kontaktpersonen im Infektionsfall sofort benachrichtigt werden können.

„Das wird wohl auch noch ein Weilchen so bleiben“, sagt Caroline Westrup. Aber inzwischen habe es sich gut eingependelt. Manuela Prager hatte zwischendurch mal befürchtet, dass sie die Kinder, die in diesem Jahr in die Schule kommen, vielleicht gar nicht mehr sehen wird. Eine Sorge, die sich zum Glück nicht bestätigte.

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