Lebensgefahr aus dem Keller: Wie die Gasheizung bei Hitze zur Giftschleuder werden kann

hzCO-Vergiftung

Experten schlagen Alarm: Bei großer Hitze drohen Störungen der Gasheizung, die Kohlenmonoxid freisetzen. Das kann tödlich enden. Feuerwehrchef Thomas Isermann sagt, wie man sich schützt.

Selm

, 26.07.2019, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Steigt das Thermometer über 30 Grad Celsius, können ältere Gasthermen zur Gefahr werden. Denn durch die hohen Außentemperaturen kann es in Kaminen zu einem Abgasrückstau kommen. Das liegt an der warmen Außentemperatur, erklärt Thomas Isermann, Wehrführer der Feuerwehr Selm und zugleich Bezirksschornsteinfegermeister für den Kreis Unna.

„Die warme Luft ist wie ein Tropfen, der auf dem Schornstein liegt“, sagt er. Der äußere Luftdruck sei so stark, dass er gegen die Abgase drücke, wodurch diese dann nicht entweichen könnten. Dadurch steigt die Kohlenmonoxidgefahr in Wohnungen. Dieses Risiko sieht auch die Bezirksregierung Münster und hat am Freitag, 26. Juli, Alarm geschlagen.

Eine geruch- und farblose Gefahr

In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen sei es zuletzt vermehrt zu Einsätzen aufgrund einer drohenden Kohlenmonoxid-Vergiftung gekommen, heißt es in der Mittelung der Bezirksregierung.

Da Kohlenmonoxid sowohl farb- als auch geruchlos ist, merken Betroffene eine Vergiftung mit jenem Gas nicht. Zudem löst es auch keinen Hustenreiz aus.

Besondere Gefahren gingen zusätzlich von Gasheizungen in Kombination mit mobilen Klimageräten aus, warnt Karl Heinz van Wesel, Obermeister der Schornsteinfegerinnung für den Regierungsbezirk Münster: „Denn diese Geräte entziehen den Räumen Wärme, indem sie warme Luft über einen Schlauch nach außen absaugen und somit für einen Unterdruck in der Wohnung sorgen. Dadurch können auch Abgase aus dem Schornstein in die Wohnung gezogen werden.“

CO-Melder anschaffen und Fenster öffnen

Doch wie kann man sich vor einer möglichen Kohlenmonoxid-Vergiftung schützen? „Witterungsbedingt können sie gar nichts dagegen machen“, gesteht Thomas Isermann. Generell sei es aber auch „ein sehr komplexes Thema“. Ein sogenannter „CO-Melder“ könne aber zumindest bei der frühen Erkennung einer Kohlenmonoxid-Gefahr helfen.

Ein solcher Melder könne im Bereich der Feuerstätte aufgehängt werden. Im Ernstfall gibt er dann einen Ton ab. Dabei gibt es verschiedene Warnstufen, erzählt Thomas Isermann. Diese reichen von Stufe eins, bei der der Melder eine erste geringe Menge Kohlenmonoxid in der Luft erkennt, bis hin zu Stufe drei. Bei der sei es dann auch schon „relativ gefährlich“.

CO-Melder sind aber - im Gegensatz zu Rauchmeldern - nicht gesetzlich vorgeschrieben. Neben der Anschaffung eines solchen Melders rät der Bezirksschornsteinfegermeister auch, darauf zu achten, Fenster offen zu haben - besonders im Bereich der Feuerstätte könne das sehr helfen.

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