Im April 2020 starteten die Arbeiten auf dem ehemaligen Rüschkamp-Gelände. Das Restaurant-Gebäude ist inzwischen halb fertig. © Goldstein
Fastfood-Kette

Kommt Burger King? Weiteres Rätselraten um Fastfood-Kette für Selm

Das Gebäude für eine mögliche Fastfood-Kette an der Kreisstraße in Selm ist schon halb fertig. Nun hat sich aber Burger King mit einem klaren Statement geäußert. Ungereimtheiten gibt es aber.

Halbfertig ist es immerhin, das kleine Restaurantgebäude auf dem Rüschkamp-Gelände an der Kreisstraße/Zeche-Hermann-Wall. Eigentlich sollten die Selmerinnen und Selmer hier längst Pommes und Burger kaufen können. Eigentlich hätte das Fast-Food-Restaurant längst eröffnet sein sollen – und eigentlich sollten hier auch längst Buchstaben an der Fassade prangen, die verraten, von welcher Fastfood-Kette man hier denn nun Burger oder Pommes erstehen kann. Eigentlich.

Seit 2017 war im Gespräch, dass an der prominenten Lage an der Kreisstraße einmal Burger King eröffnen soll. Joan-Hendrick Rüschkamp, Geschäftsführer des Autohauses Rüschkamp und Grundstückseigentümer, hatte zwischendurch auch mal Kentucky Fried Chicken ins Spiel gebracht. Die Hühnchen-Kette hatte im November aber Pläne, eine Filiale in Selm zu eröffnen, auf Anfrage unserer Redaktion dementiert.

Welche Firma das Restaurant betreiben soll, stand aber eigentlich schon seit April 2020 fest, damals erklärte Rüschkamp, den Vertrag mit der Firma Schloss Burger geschlossen zu haben. Immerhin der größte Franchisenehmer von Burger King. Burger King hatte aber im November 2020 nur eine allgemeine Antwort auf alle Fragen unserer Redaktion geschickt: Zu laufenden Prüfungsverfahren äußere man sich nicht, hieß es darin.

Bislang nur Burger King Restaurants

Schloss Burger selbst habe immer wieder verschiedene Optionen ins Spiel gebracht, sagte Rüschkamp. Auch jetzt könne er noch nicht sagen, welche Kette final einzieht. „Es gibt keine Aussage von Schloss Burger, dass Burger King kommt“, sagt Rüschkamp auf Anfrage. Das Komische: Schloss Burger betreibt bislang nur Burger King Restaurants.

Auf Anfrage antwortet die Pressestelle von Burger King dieses Mal nicht mit einer allgemeinen Mail, sondern telefonisch: „Aktuell gibt es keine Planungen zur Eröffnung einer Filiale in Selm“, heißt es vom Unternehmen. Man sei im Gespräch mit seinen Partnern. Auch eine Anfrage an Schloss Burger selbst mit noch detaillierteren Fragen – ob denn eine andere Filiale als Burger King in Selm geplant sei zum Beispiel – führt zu dem gleichen Ergebnis: Der Anruf einer Firmensprecherin, die das am Vortag gesagte noch einmal bekräftigt: Nein, Planungen in Selm gebe es aktuell nicht und Schloss Burger hätte die Presseanfrage weitergeleitet.

Das Aus also für den Satz, den der damalige Selmer Bürgermeister Mario Löhr in einer Power-Point-Präsentation beim Neujahrsempfang im Januar 2020 an die Wand geworfen hatte? „Burger King“ kommt, stand da groß zu lesen.

„Das Gespräch war vertrauenserweckend“

Wenn es nach Joan-Hendrik Rüschkamp geht, nicht. Der Unternehmer will sich von der Aussage Burger Kings nicht irritieren lassen. Rüschkamp betont, dass es ja schließlich einen Vertrag mit dem Unternehmen Schloss Burger gebe. Im Dezember habe es auch wie zuvor vereinbart Gespräche mit dem Unternehmen gegeben. „Das Gespräch war vertrauenserweckend“, sagt Rüschkamp.

Darin habe man ihm erklärt, dass sich einige Parameter geändert hätten. Zum Beispiel würden inzwischen weniger Plätze in der Filiale benötigt, dafür aber mehr Plätze im Außenbereich. Gründe für eine weitere Verzögerung. Rüschkamp war ursprünglich mal davon ausgegangen, dass das Restaurant schon im September 2020 eröffnen würde. Der Bau war im April 2020 gestartet. Konzepte oder Pläne könnten sich ändern, „eine gewisse Karenzzeit gestehe ich dem Unternehmen da zu“, sagt Rüschkamp. Angespannt sei das Verhältnis jedenfalls nicht.

Der Unternehmer geht nach wie vor davon aus, dass Selm ein Fast-Food-Restaurant bekommt. Aktueller Planungsstand: „Im Juni sollte das fertig sein.“

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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