Auf einem Acker im Nordkreis des Kreises Unna - die genaue Lage ist der Redaktion bekannt, der Leser, der das Foto zur Verfügung gestellt hat, möchte sie aber nicht veröffentlicht sehen - hat ein Landwirt Krähen aufgehängt. © privat
Tierquälerei

Krähen-Skandal im Kreis Unna: Bekannter Zoologe hat einen Verdacht

Ein Landwirt im Kreis Unna hat tote Krähen aufgehängt: ein Indiz für die Kraft von Vorurteilen, wie einer der bekanntesten deutschen Zoologen im Video sagt. Er hat einen bösen Verdacht.

Abstoßend, anachronistisch und völlig wirkungslos: So beurteilt Prof. Dr. Josef Reichholf einen Vorfall im Norden des Kreises Unna. Dort hatte ein Landwirt auf seinem Feld Stangen aufgestellt, an denen tote Krähen baumeln: kopfüber, die Füße zusammengebunden. So etwas heute noch zu sehen, „finde ich zutiefst schockierend“, sagt der Niederbayer, einer der renommiertesten Evolutionsbiologen und Ökologen des Landes.

Reichholf hat eine eigene Theorie, warum ausgerechnet die intelligentesten Vögel so viel Hass auf sich ziehen. Und warum Menschen Strafen nicht scheuen und die schwarzen Vögel derart erbarmungslos verfolgen.

Zusammen mit Bernhard Grzimek und Horst Stern hatte der inzwischen 76-jährige Reichholf Anfang der 70er-Jahre die „Gruppe Ökologie“ gegründet, aus der später der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Reichholf war lange Präsidiumsmitglied des WWF Deutschland ist als Autor vieler populärwissenschaftlicher Bücher Träger des Sigmund-Freud-Preises für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Unter anderem schrieb er „Rabenschwarze Intelligenz. Was wir von Krähen lernen können.“

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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