Die Selmer Altstadt. Damit im Haus Suer eine Gastronomie blieb, war die Entwicklungsgesellschaft als Pächterin eingesprungen. Jetzt ist städtisches Engagement im Einzelhandel denkbar. © Arndt Brede
Selmer Altstadt

Laden für Selm-Erzeugnisse: Stadt will Geschäft öffnen in der Altstadt

Die Stadt Selm will die Altstadt stärken - nicht nur mit Appellen, vor Ort einkaufen zu gehen, statt im Internet, sondern auch ganz praktisch. Geplant ist ein Geschäft für Selmer Produkte.

Eine Gaststätte hat die Stadt Selm schon in der Altstadt gepachtet: das inzwischen weiter verpachtete Gasthaus Suer. Jetzt will sie sich auch im Einzelhandel engagieren, um den Wirtschaftsstandort zwischen Friedenskirche und Ludgerikirche zu stärken. Wie das aussehen könnte, haben Bürgermeister Thomas Orlowski und der neue zuständige Mann für Wirtschaftsfragen im Rathaus am Mittwochabend (9.12.) mitgeteilt

Cappenberger Tröpfchen bis Dinkelschwein-Braten

„Wir haben bereits ein Ladenlokal gefunden“, sagte Malte Woesmann. Er ist inzwischen nicht nur Stadtsprecher, sondern auch der Mann für Wirtschaftsfragen. „Die Wirtschaft bleibt zwar Chefsache“, sagte Bürgermeister Orlowski vor den Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Kultur , Stadtmarketing und Partnerschaften. Aber um insbesondere in der Zeit der Corona-Krise einen noch engeren Kontakt pflegen zu können zu den Firmen, ist Woesmann jetzt in Wirtschaftsfragen so etwas wie sein verlängerter Arm. Und was der vermag in Bewegung zu setzen, stellte er gleich vor.

„Es geht um die Stärkung lokaler Erzeuger.“ Es gebe zahlreiche lokale Produkte in Selm: vom hochprozentigen Cappenberger Tröpfchen bis zum Lendchen vom Dinkelschwein. Sie gemeinsam unter einem Dach an zentraler Stelle anzubieten, hieße, eine Lücke im Angebot zu schließen und gleichzeitig die Altstadt zu stärken. Gespräche mit einem potenziellen Vermieter seien bereits positiv verlaufen. Andere Gespräche hat Woesmann noch vor sich.

Vorbild ist der Vinnumer Dorfladen

Denn eines ist klar: „Die Stadt Selm wird das Ladenlokal nicht bewirtschaften können.“ Woesmann schwebt stattdessen ein genossenschaftliches Model vor. „Der Dorfladen Vinnum könnte da unser Vorbild sein.“ Eine Gemeinschaft von 120 Bürgerinnen und Bürgern betreibt dort die Unternehmergesellschaft. Details, wie sich diese Idee vom Land in die Altstadt übertragen ließe, will Woesmann zusammen mit möglichst vielen Interessenten ausarbeiten. Angesprochen sind vor allem die, die später einmal ihre Produkte dort anbieten lassen wollen: die Direktvermarkter. Einer von ihnen ist Mitglied im Ausschuss

Markus Wiesmann (CDU) ist Landwirt . Auf seinem Hof in Netteberge züchtet er nicht nur die bei Feinschmeckern beliebten Dinkelschweine, sondern vermarktet sie auch direkt. Einen Laden für lokale Erzeuger in der Altstadt bewertete er spontan als „super-tolle Idee“.

Die Stadt sieht den Laden nicht nur als Anlaufstelle für Kundinnen und Kunden, die Selm-Produkte kaufen wollen. Es gehe auch darum, als Gemeinschaft da präsent zu sein, wo in ihren Augen die größte Gefahr für den Einzelhandel lauert: im Internet. Dort ist ein gemeinsamer Auftritt geplant.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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