Landwirt aus Selm macht mit bei „Land & Lecker“- obwohl er nicht kochen kann

hzTV-Auftritt

Patrick Balster züchtet besondere Rinder - die ihn nun ins Fernsehen bringen: Der Selmer wird bei „Land & Lecker“ im WDR ein Menü präsentieren. Problem: Er konnte bisher nicht kochen.

Selm

, 12.08.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollte Patrick Balster nicht bei „Land & Lecker“ auftreten. „Beworben habe ich mich bei ,Lecker an Bord‘ mit Björn Freitag“, sagt der 45-jährige Agraringenieur im Gespräch mit unserer Redaktion. Er hatte ein Landwirt-Paar aus Werne in der Sendung mit dem Fernsehkoch gesehen und sich gedacht, dass das auch etwas für ihn und seinen Hof in Selm wäre. „Wobei ich mir keine großen Hoffnungen gemacht habe, weil er ja gerade in unserer Region gedreht hatte.“

Tatsächlich kam auch eine Absage von Björn Freitag - gleichzeitig verbunden mit dem Angebot, bei der Reihe „Land & Lecker“ mitzuwirken. „Da habe ich nur gedacht: Das ist doch die Sendung, wo man kochen muss. Und ich kann nicht kochen.“ Auch seine Frau habe ihm abgeraten, sagt Balster mit einem Lachen.

„Bisher habe ich es nicht bereut“

Am Ende siegte dann aber doch der Ehrgeiz: „Wann hat man schon einmal die Chance, sich und seinen Hof vor Millionen Zuschauern zu präsentieren?“ Also sagte der Selmer dem WDR zu. „Und bis heute habe ich es nicht bereut.“

Besondere Tiere: Die Wagyu-Rinder auf dem Hof Balster in Selm.

Besondere Tiere: Die Wagyu-Rinder auf dem Hof Balster in Selm. © Goldstein

Bei „Land & Lecker“ besuchen sich die Teilnehmer gegenseitig zuhause, präsentieren ihre Höfe und sorgen für ein spezielles Menü mit persönlicher Note - alles begleitet von der Kamera. „Wir waren bisher auf zwei Höfen, ich bin Nummer drei“, sagt Patrick Balster. Sechs Drehtage waren angesetzt - nicht nur für das Fernsehteam ein Aufwand: „Man will dann ja auch alles schön haben, und natürlich muss es in der Küche klappen.“

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Entsprechend oft hat der Selmer zur Probe gekocht. Da der Landwirt passionierter Züchter von Wagyu-Rindern ist - besonders bekannt sind jene Tiere, die im japanischen Kobe gezüchtet werden -, war auch klar, was auf den Tisch kommt: „Ich möchte zeigen, dass es sich hier wirklich um tolles Fleisch handelt, das im wahrsten Sinn des Wortes auf der Zunge zergeht.“ Balsters Menü wird mit einer Dattel im Wagyu-Speckmantel als „Gruß aus der Küche“ eröffnet, gefolgt von Leberwurst auf Mutters Stuten, Wagyu-Schinken, Tafelspitz und schließlich einer Roulade. „Ich glaube nicht, dass einer aus dem Team Vegetarier ist“, wähnt sich Patrick Balster hier auf der sicheren Seite.

Konventioneller Betrieb mit Nachhaltigkeit

Doch nicht nur die Kochkünste, die sich der zweifache Vater in den vergangenen Wochen mit Hilfe seiner Frau Susanne zueigen gemacht hat, sollen im Fernsehen die Zuschauer beeindrucken. Balster möchte auch die Chance nutzen und seinen Hof, den er von den Eltern übernommen hat, bekannt zu machen: „Ich freue mich darüber, diese Gelegenheit zu bekommen. Normalerweise sind in solchen Sendungen ja vor allem Biohöfe und -betriebe zu sehen, während wir konventionell arbeiten.“

Der Hof Balster auf der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland.

Der Hof Balster auf der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. © Goldstein

100 Rinder hat Patrick Balster, 90 davon gehören zur Wagyu-Rasse. Während zum Beispiel das Kobe-Rind ohne viel Bewegung gehalten wird - die Tiere sollen möglichst wenig Energie verlieren - betont der Selmer Landwirt, dass er Wert auf „artgerechte und nachhaltige Aufzucht und Haltung der Tiere“ legt. Auch das wird im Fernsehen zu sehen sein: „In den ersten Tagen wurden vor allem Aufnahmen der Tiere und des Hofes gemacht.“

Und natürlich vom Kochen, denn nicht alles kann an dem Tag passieren, an dem die Gäste kommen. „Das, was vorbereitet werden konnte, haben wir vorab gedreht.“ Denn nach diversen Probegängen weiß Patrick Balster: „Gerade wenn man alleine kocht, sind vier, fünf Stunden ruck-zuck vorbei.“ Offiziell ist er übrigens der Gastgeber, seine Frau geht ihm „nur“ zur Hand. Normalerweise stellt „Land & Lecker“ Landfrauen und ihre Höfe vor.

Aufgeregt ist der Selmer zwar schon. „Aber eine Klassenarbeit fühlt sich glaube ich fünfmal schlimmer an.“ Während die Drehs für ihn kein Problem sind, ist er schon gespannt darauf, sich selbst im Fernsehen zu sehen: „Das könnte sich dann doch vielleicht etwas merkwürdig anfühlen.“

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Kein Oldtimer-Bus

  • Normalerweise fahren die Teilnehmer bei „Land & Lecker“ mit einem Oldtimer-Bus zu den jeweiligen Häusern und Höfen. Das ist in dieser Staffel jedoch aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht möglich.
  • Stattdessen machen sich die Teilnehmer per Rad aus ihrem jeweiligen Hotel auf den Weg.
  • In der Regel finden die Menü-Termine unter der Woche statt. Die Teilnehmer reisen am Vorabend an und drehen dann am kommenden Tag.
  • Der genaue Sendetermin für die Folge mit Patrick Balster steht noch nicht fest.
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