Lüdinghausener (61) um vierstelligen Betrag betrogen - mit bekannter Masche

Redakteur
Betrugsmaschen am Telefon (Symbolfoto) – ob per Anruf oder WhatsApp-Nachricht – ziehen nach wie vor. Aktuelles Opfer: ein 61-jähriger Lüdinghausener.
Betrugsmaschen am Telefon (Symbolfoto) - ob per Anruf oder WhatsApp-Nachricht - ziehen nach wie vor. Aktuelles Opfer: ein 61-jähriger Lüdinghausener. © picture alliance/dpa
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Unbekannten Tätern ist es am vergangenen Freitag (15.7.) gelungen, einen 61-jährigen Lüdinghauser um einen vierstelligen Betrag zu betrügen. Eine der Betrügerinnen – die Pressestelle der für Lüdinghausen zuständigen Kreispolizeibehörde Coesfeld nennt sie WhatsApp-Betrüger – gab sich als Tochter aus, deren Handy angeblich kaputt gegangen sei. Deshalb könne sie keine Überweisungen tätigen.

Die angebliche Tochter bat nach Angaben der Polizei ihren Vater, für sie eine Überweisung zu tätigen. Nachdem der Vater das geforderte Geld als Echtzeitüberweisung angewiesen hatte, meldete sich die angebliche Tochter erneut und bat ihn um eine weitere Überweisung.

Beim dritten Mal aufgeflogen

Nachdem die dritte Zahlungsaufforderung an den Lüdinghauser gerichtet wurde, wurde er laut Polizei stutzig und rief seine Tochter unter der ihm bislang bekannten Rufnummer an. Dabei flog der Betrug auf.

Die Polizei bittet erneut darum keine Überweisungen für „angebliche“ Kinder oder Verwandte zu tätigen, wenn man über WhatsApp dazu aufgefordert werde. „Versuchen Sie die Verwandten über die ihnen bekannten Rufnummern zu erreichen und klären Sie ab, ob die Änderung der Rufnummer tatsächlich der Realität entspricht“, appelliert die Polizei.

Die Zahl der Betrugsdelikte hat im Kreis Coesfeld im Jahr 2021 zugenommen. Die Zahl der Fälle stieg von 1419 Delikten im Jahr 2020 auf 1599 im Jahr 2021. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote von 66,38 Prozent (im Jahr 2020) auf 61,54 Prozent (2021).

Die Polizei auch im Kreis Coesfeld habe mit Betrugsmaschen zu tun, die im Polizistendeutsch als „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen mit überregional handelnden Tätern“ bezeichnet werden. Betroffen seien in der Regel Menschen ab 60 Jahren. „Die Täter handeln überregional in einer Bande und werden gesteuert“, berichtete Kriminaloberrat Guido Meinert von der Kreispolizeibehörde Coesfeld anlässlich der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2021 im Februar. Sie arbeiten gewerbsmäßig, seien geschult, setzten die älteren Menschen mit psychologischen Kniffs unter Druck..

Anlässlich der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2021 hat Meinert mitgeteilt: „Wir haben hier einen Rückgang zu verzeichnen.“ Waren es 2020 noch kreisweit 790 derartige Fälle, sank die Fallzahl 2021 auf 563. „Wir haben allerdings eine sehr geringe Aufklärungsquote von 2,31 Prozent.“ Aber: Mit 29 Fällen habe es wenige vollendete Delikte gegeben.