„Schwindel und Nasenbluten gab es auch schon vor der Maskenpflicht“

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Die Abschaffung der Maskenpflicht kommt bei Selmer Schulleitern nicht gut an. Ulrich Walter, Direktor am Gymnasium macht sich Sorgen um die Gesundheit der Lehrer und deren Familien.

Selm

, 06.09.2020, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eltern befürchteten Atemnot, Schwindel und Kopfschmerzen, verminderte Konzentrationsfähigkeit. Eventuell sogar Langzeitfolgen, die ihr Nachwuchs durch das Tragen von Masken während des Unterrichts davon tragen könnte und liefen mittels Online-Petitionen und offenen Briefen Sturm gegen die Maskenpflicht im Klassenraum für Schüler ab der 5. Klasse. Mit Beginn des Monats September wurde diese Pflicht tatsächlich wieder aufgehoben und in ein Gebot auf freiwilliger Basis umgewandelt.

Ulrich Walter, Schulleiter am Städtischen Gymnasium Selm, nimmt die Freiwilligkeit der Sache sehr ernst: „Ich könnte keine Maskenpflicht umsetzen, auch wenn 100 Prozent das wollen“, sagt er. „Alles was über die Freiwilligkeit hinaus geht, ist nicht Rechtens“, stellt er mit einem kritischen Seitenblick auf Lüner Kollegen fest. Weil er aber auch nicht wollte, dass sich Schüler unter Druck gesetzt fühlen oder gar ausgegrenzt würden, gab es in den Klassen des Selmer Gymnasiums auch keine Abstimmung.

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Sorge im Kollegium

Ganz wohl ist ihm es ihm mit dieser Freiwilligkeit aber nicht. Walter sorgt sich um die Gesundheit seiner Lehrer-Kollegen, die nun gefährdet sein könnte und um die ihrer Familien. „Diese Aufhebung der Maskenpflicht ist für uns Lehrer schon sehr belastend, denn wir sind ja nicht nur Lehrer, sondern auch Privatpersonen“, sagt er. Während einer eilig einberufenen Dienstbesprechung am ersten Tag ohne Maskenpflicht, seien die sehr besorgt gewesen und hatten ihn einstimmig gebeten, „die Freiwilligkeit nachdrücklich zu bewerben“, erzählt Ulrich Walter. Also bat er die Schüler an diesem Vormittag gegen 10.45 Uhr durch eine Durchsage über die Schullautsprecher, die Maske doch bitte freiwillig im Klassenraum zu tragen.

Seinem ersten Eindruck nach halten sich sehr viele Schüler daran. Er persönlich hätte sich eine Maskenpflicht bis zu den Herbstferien und dann eine Neubewertung der Situation gewünscht.

Erleichterung unter den Schülern

Doris Kraft, kommissarische Schulleiterin des Förderzentrums Nord, das auch einen Standort in Selm hat, sieht die Aufhebung der Maskenpflicht mit gemischten Gefühlen. „Es gab viele Bedenken bezüglich der Masken, aber auch eine hohe Akzeptanz“, sagt sie. „Und viele haben verstanden, warum sie getragen werden müssen.“ Am Förderzentrum gab es Abstimmungen in den einzelnen Klassen, mit dem Ergebnis, die Masken nicht durchgehend zu tragen, sondern nur in bestimmten Situationen. „Viele sind jetzt erleichtert, dass der Zwangscharakter weggefallen ist“, erzählt sie.

Sie selbst empfindet die Bedenken, die es bezüglich der Masken gab, als unbegründet. „Auch vorher hatten schon Schüler Kopfschmerzen oder Nasenbluten. Ich glaube nicht, dass das mit den Masken zusammen hängt.“

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