Maskenpflicht in Selm: Bestandteil des Alltags - sonst drohen Strafen

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Die Maskenpflicht wird laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf Weiteres Bestandteil des öffentlichen Lebens bleiben. Bei Verstößen drohen auch in Selm saftige Strafen.

Selm

, 24.05.2020, 12:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Maskenpflicht besteht in NRW seit dem 27. April. Und ein Ende ist anders als in Thüringen auch nicht abzusehen, wie Karl-Josef Laumann, der Gesundheitsminister des Landes, zum Wochenende der „Welt“ mitteilte.

Die Menschen sollten sich darauf einstellen, dass die Mund- und Nasen-Maske ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens bleibe, bis ein Impfstoff gegen das Coronavirus gefunden sei. Und das könne noch dauern: vielleicht ein Jahr.

Regelmäßige Kontrollen in Selm mit erstaunlichem Ergebnis

Die Stadt Selm hat sich darauf eingestellt. Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren regelmäßig, ob die Menschen in Selm Masken über Mund und Nase ziehen, wo das vorgeschrieben ist: auf dem Wochenmarkt, in Geschäften, in der Gastronomie (zumindest auf dem Weg zum Tisch und zur Toilette), in Arztpraxen, in Bus und Bahn und wenn bei Dienstleistungen - etwa beim Friseurbesuch - der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht einzuhalten ist. In Selm haben die Kontrolleure aber erstaunliche Beobachtungen gemacht.

„Die Menschen verhalten sich verständnisvoll“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. Bußgelder für Verstöße gegen die Maskenpflicht hätten noch nicht verhängt werden müssen in Selm. „Das freut uns, denn es geht ja nicht darum, möglichst viele Bußgelder einzunehmen, sondern die Menschen zu schützen.“

50 bis 100 Euro würden fällig werden

Wer ohne Maske angetroffen wird, werde zunächst angesprochen, sagt die Beigeordnete Sylvia Engemann. Wenn dann nicht der Griff zu Maske erfolge, koste das 50 Euro. „Im Wiederholungsfall 100 Euro.“

Engemann und Woesmann appellieren an die Menschen in Selm, weiter die landesweiten Maskenpflicht zu befolgen - nicht nur mit Blick auf den Geldbeutel und die eigene Gesundheit. Nur wenn wir uns alle entsprechend verhalten, können wir eine zweite Ansteckungswelle verhindern.“ Das müsse das größte Ziel sein. Denn sonst müssten alle Lockerungen, die inzwischen auch den Selmer Alltag leichter machten, wieder kassiert werden.

Lockerungen erleichtern den Alltag in Familien

Davon wären besonders Familien betroffen: „25 Prozent aller Kita-Kinder besucht inzwischen bei uns die Notbetreuung“, sagt Engemann. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die wieder zur Schule gingen, sei vergleichsweise groß: etwa ein Viertel der gesamten Schülerschaft.

Auch die Wirtschaft in Selm freut sich über die Lockerungen. Nachdem Läden und Restaurants und Friseure wieder öffnen durften, ist das inzwischen auch Kneipen und Tattoo-Shops erlaubt. Der Selmer Tattoo- und Piercing-Anbieter „Hautnah“ auf der Kreisstraße öffnet ab Montag (25. 5.).

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