Messerattacke in Dortmund: Rätseln über Motive des 23-Jährigen aus Selm

hzZwei Verletzte

Seit Freitagabend sitzt ein 23-jähriger Mann aus Selm in Haft. Warum er in Dortmund zwei Männer mit dem Messer angegriffen und schwer verletzt hat, ist noch offen. Die Polizei hat Hinweise.

Dortmund, Selm

, 26.07.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist gegen 21 Uhr am Freitagabend (24. 7.) in der Dortmunder Nordstadt, als ein junger Selmer sein Messer zieht. Auf offener Straße. Er sticht auf zwei Männer ein. Einer ist 22 Jahre alt, der andere 48. Warum? Diese Frage beschäftigt seitdem die Ermittler. Denn dafür, dass sich Täter und Opfer kannten, gibt es bislang keine Hinweise.

Beide Opfer seiner Messerattacke verletzt der Selmer so schwer, dass sie ins Krankenhaus müssen. Der jüngere kann das Krankenhaus nach kurzer Behandlung wieder verlassen, der ältere wird nach Auskunft der Staatsanwaltschaft von Sonntag noch etwas länger bleiben müssen.

Lebensgefahr besteht nicht

Von Lebensgefahr sei aber keine Rede. Dennoch: Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Staatsanwältin Sandra Lücke spricht von einem versuchten Tötungsdelikt. Der junge Selmer sitzt in Untersuchungshaft.

Dass er mit Tötungsabsicht in die Nordstadt gefahren ist und genau die beiden Männer aufgesucht hat, um ihnen die Klinge in den Leib zu rammen, scheint zu Beginn der Ermittlungen eher unwahrscheinlich. Die Staatsanwältin spricht von Hinweisen auf psychische Auffälligkeiten beim Täter. Das gelte es, näher zu prüfen. Auch etwas anderes: War der spätere Täter zuvor selbst Opfer einer Straftat geworden?

War der Täter zuvor selbst Opfer?

Hinweise darauf gebe es, sagt Lücke. Aus ermittlungstaktischen Gründen lasse sich aber noch nicht sagen, um was es sich da genau handeln solle. Bislang fehle auch ein Zusammenhang mit den beiden Opfern. Dass sie mit einer Straftat gegen des 23-Jährigen etwas zu tun haben könnten, sei derzeit noch völlig offen.

Fest steht: Die spätere Tatwaffe, das Messer, hatte der Selmer bei sich. Vielleicht ein Taschenmesser oder Pfadfindermesser. Denn von einem Verstoß gegen das Waffengesetz hätten die von Passanten gerufenen Polizeibeamten vor Ort im Protokoll nichts geschrieben, sagt die Staatsanwältin. Es handelt sich also weder um ein Butterflymesser, ein Fallmesser oder besondere Springmesser, bei denen eine Klinge herausschnellt, die länger als 8,5 Zentimeter ist oder zweiseitig geschliffen ist. Solche Messer gelten als Waffe und sind verboten. Andere gehen als Werkzeug durch.

Der 23-jährige Selmer, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft kein alter Bekannter der Polizei. Er sei nicht vorbestraft. In den nächste Tagen hoffen die Ermittler, die Hintergründe der Tat besser verstehen zu können.

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