Mit Bus und Bahn zu wichtigen Terminen kommen trotz eingeschränktem Ticketverkauf

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Ohne App oder Zugang zur Vorverkaufsstelle nicht mehr Bus und Bahn nutzen können? Das Ehepaar Bleike steht, wie viele andere, vor einem großen Problem, zu dem es allerdings eine Lösung gibt.

Selm

, 18.03.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Maßnahmen nehmen täglich zu, auch was den Nah- und Fernverkehr betrifft. So hat auch die Verkehrsgesellschaft Kreis Unna, kurz VKU, vor wenigen Tagen Maßnahmen ins Leben gerufen, die Personal und Fahrgäste schützen sollen.

Das Einsteigen vorne ist nicht mehr gestattet, beim Busfahrer können keine Tickets mehr erworben werden.

Und wie komme ich an ein Fahrticket?

Maßnahmen, die notwendig sind, aber manche vor das Problem stellen: Wo bekomme ich ein Ticket her?

Ehepaar Christel und Franz-Josef Bleike wohnen in Bork und gehen langsam auf die 80 zu. „Wir müssen die nächsten Tage mal zum Arzt“, schildert die Rentnerin das Problem, „und wissen nicht, wie wir an ein Ticket kommen.“

Es gibt mehrere Möglichkeiten ein Ticket zu kaufen

Neben dem, nun nicht mehr möglichen, Erwerb beim Busfahrer gebe es laut Pressesprecherin des VKU, Inga Fransson, die Möglichkeiten, per App oder an bestimmten Vorverkaufsstellen ein Ticket zu erwerben. Diese Stellen gebe es in Selm beispielsweise im Dorfladen in Cappenberg in der Rosenstraße 16 und im Lotto-Toto Rau in der Ludgeristraße 112.

Zuvor habe man auch in der Bibliothek und im Amtshaus Fahrtickets erwerben können, diese Einrichtungen sind aber mittlerweile durch die Ausbreitung des Coronavirus nicht mehr für den Personenverkehr zugänglich.

Noch geöffnete Vorverkaufsstellen zu Fuß für manche nicht erreichbar

Auch Christel Bleike habe beim Nachfragen die Auskunft bekommen, sich an die Stellen in Cappenberg und beim Lotto-Toto zu wenden, aber: „Wir haben keinen Internetzugang und die noch geöffneten Vorverkaufsstellen sind bei einer Entfernung von zwei bis drei Kilometern für uns zu Fuß einfach nicht zu erreichen.

Der öffentliche Nahverkehr dient eigentlich vielen Senioren als sicheres Transportmittel.

Der öffentliche Nahverkehr dient eigentlich vielen Senioren als sicheres Transportmittel. © unbekannt

Das ist ein Problem, das viele betrifft. Hier in Bork leben einige ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind. Und auch viele Kinder und Jugendliche haben kein Auto und vielleicht auch keine Möglichkeit, auf die App zuzugreifen. Wir kommen hier dann gar nicht mehr weg“, gibt die Rentnerin zu bedenken.

VKU reagiert mit Kulanz auf schwierige Situation

„Der Busverkehr ist auch unter den aktuellen Umständen nicht kostenfrei. Wenn Fahrgäste nicht über die Fahrtwind-App verfügen oder ihnen der Ticketerwerb über eine Vorverkaufsstelle nicht möglich ist, werden wir uns kulant zeigen und die Fahrt dennoch ermöglichen“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der VKU als Reaktion.

“Das ist wirklich toll!“, freut sich Christel Bleike über diese Mittteilung und mit ihr sicherlich auch viele weitere, denen der Transport zu wichtigen Terminen trotz erschwertem Ticketkauf so weiterhin möglich ist.

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