Mit Spenden aus Selm: Weitere Hilfslieferungen gelangen in die Ukraine

Redakteur
Der Selmer Bürgermeister Thomas Orlowski informierte sich in Iwkowa bei seinem Amtskollegen Boguslaw Kaminski über die Hilfslieferungen für die Ukraine.
Der Selmer Bürgermeister Thomas Orlowski informierte sich in Iwkowa bei seinem Amtskollegen Boguslaw Kaminski über die Hilfslieferungen für die Ukraine. © Dennis Görlich
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Mehrere vollgepackte Kisten stehen im Gemeindehaus in Iwkowa im Südosten Polens. Auf dem Adressaufkleber ist neben dem Wappen der Gemeinde auch das der Stadt Selm abgebildet. Die Kisten sollen mit weiteren Exemplaren schon bald in die Westukraine gebracht werden, um die Menschen in Iwkowas Partnerstadt Koropez zu unterstützen.

Die ukrainische Partnerstadt liegt etwa 400 Kilometer von Iwkowa entfernt. Von dort sind es nur noch etwa 500 Kilometer bis zur Kriegsfront. Aktuell wird alle zwei Wochen aus der Ukraine gemeldet, welche Dinge dort am dringendsten benötigt werden.

Dazu steht Bürgermeister Boguslaw Kaminski in persönlichem Kontakt mit den Verantwortlichen in der Ukraine. Die benötigten Güter werden dann gezielt von den Menschen in Iwkowa eingekauft – auch mit Spendengeldern aus Selm.

Sechs Fahrten an die ukrainische Grenze

Alle zwei Wochen macht sich dann ein Fahrer aus der polnischen Gemeinde auf den Weg an die ukrainische Grenze. Der Fahrer, der selbst aus der Ukraine stammt, opfert dafür seine Freizeit, berichtet Kaminski. Der Arbeitgeber des Fahrers, ein Unternehmen aus Iwkowa, stellt einen Transporter samt Sprit für die Hilfslieferungen zur Verfügung.

Auf den Paketen ist auch das Wappen der Stadt Selm zu sehen.
Auf den Paketen ist auch das Wappen der Stadt Selm zu sehen. © Stadt Selm

Bereits sechs Mal konnten so Hilfsgüter zur polnisch-ukrainischen Grenze gebracht werden, die dann von ukrainischen Freiwilligen empfangen und weiter nach Koropez gebracht werden. Dieses Mal befinden sich neben Lebensmitteln unter anderem Handschuhe und Zelte in den Kisten.

Beim Besuch in der polnischen Partnerstadt konnte sich Selms Bürgermeister Thomas Orlowski bei seinem Amtskollegen selbst davon überzeugen, was mit den Spendengeldern der Selmerinnen und Selmer passiert. Die Stadt hatte bereits kurz nach Kriegsbeginn ein Spendenkonto eingerichtet. Knapp 22.000 Euro wurden seitdem aus Selm nach Iwkowa überwiesen.

Feuerwehrfahrzeug soll angeschafft werden

Zwar sei Koropez nicht unmittelbar vom Krieg betroffen, die Auswirkungen davon würden sich aber auch dort zeigen. „Zwei Menschen aus der Partnerstadt, die uns im Oktober besucht haben, sind nun bei der Armee. Die anderen haben Flüchtlinge aufgenommen“, weiß Iwkowas Bürgermeister Boguslaw Kaminski.

Noch ist Geld aus dem Selmer Spendentopf für weitere Hilfe übrig, heißt es von der polnischen Gemeinde. Weil aus Koropez dringender Bedarf an einem Feuerwehrfahrzeug gemeldet wurde und in Selm keine Möglichkeit zur Beschaffung bestanden haben soll, könnte – so der aktuelle Plan – mit dem verbliebenen Geld ein Fahrzeug in Polen gekauft und anschließend in die Ukraine gebracht werden.