Muss Täter in geschlossene Psychiatrie?

Anschlag auf Tankstelle

SELM/DORTMUND Knapp sieben Monate nach einer Beinahe-Katastrophe an der Aral-Tankstelle an der Kreisstraße hat am Dortmunder Landgericht heute der Prozess gegen einen vierfachen Vater aus Selm begonnen. Der 45-Jährige hatte am Morgen des 7. Januar Benzin verspritzt und angezündet.

von Von Jörn Harwich

, 01.07.2009, 14:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Muss Täter in geschlossene Psychiatrie?

An dieser Tankstelle zündete der 45-jährige die Tankanlage mit der Zapfsäule Nummer 2 an.

Der Mann gilt aufgrund einer schizophrenen Psychose als komplett schuldunfähig. Die Richter müssen allerdings überprüfen, ob der 45-Jährige als so gefährlich eingestuft werden muss, dass er auf unbestimmte Zeit in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht werden muss. Der Vater von vier Kindern hat bereits zugegeben, das Feuer in der Tankstelle verursacht zu haben. Nach eigenen Angaben hatte er bereits tagelang mit Stimmen gekämpft, die in seinem Kopf aufgetaucht seien. „Ich wollte mich in die Luft jagen“, sagte er den Richtern. „Es sollte richtig knallen.“

An andere Menschen habe er in diesem Moment nicht gedacht. Nach Angaben des Tankwarts hatten die Flammen damals bereits das Dach der Tankstelle erreicht. Dass es nicht zur Katastrophe gekommen ist, ist offenbar nur seiner Geistesgegenwart zu verdanken. Der 21-Jährige hatte sofort den Not-Aus-Schalter gedrückt, so dass nur rund vier Liter Benzin ausgeflossen sind. Der Sachschaden betrug am Ende trotzdem rund 20 000 Euro. 

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