Das LAFP hat seinen Ausbildungsbetrieb wegen Corona erstmal eingestellt. © Günther Goldstein
Coronavirus

Nach Corona-Fällen: Ausbildungsbetrieb im LAFP läuft wieder

Weil die Corona-Fallzahlen gestiegen waren, hatte das LAFP Mitte März die Notbremse gezogen und den Ausbildungsbetrieb gestoppt. Inzwischen läuft die Ausbildung aber wieder. Wie ist die Situation?

Bis auf weiteres hatte die Polizei-Ausbildungsstätte LAFP in Bork die Polizeiausbildung Mitte März erst mal ausgesetzt. Der Grund dafür waren Corona-Fälle gewesen. Zwar hatte es im LAFP auch in der Vergangenheit immer mal wieder Fälle bei Mitarbeitenden und Studierenden gegeben, der eigene Pandemie-Stab der Einrichtung war zu diesem Zeitpunkt aber zu dem Ergebnis gekommen, dass es – wie damals auch bundesweit – einen Trend nach oben bei den Ansteckungszahlen gegeben hatte. Deshalb hatte die Ausbildungsstätte vorsorglich die Ausbildung ausgesetzt. Die übrigen Arbeitsbereiche des LAFP waren davon aber nicht betroffen gewesen.

Nach Ostern ging es zurück zur Ausbildung

Inzwischen läuft die Ausbildung aber wieder: „Wir haben die Selmer Ausbildung infolge geringer Infektionszahlen auch in Selm unmittelbar nach Ostern wieder aufgenommen“, teilt das LAFP nun in einer Pressemitteilung mit. Konkret bedeutet das, dass am Freitag, 16. April, am Standort Selm vier Mitarbeitende als infiziert galten, bei den Studierenden gibt es aktuell keine Infektionen. In Selm gibt es rund 700 Mitarbeitende und rund 600 Studierende.

Bei den übrigen Ausbildungsstandorten in Schloss Holte-Stukenbrock und Brühl gebe es zurzeit insgesamt sechs positiv getestete und in Quarantäne befindliche Kommissaranwärter und -Anwärterinnen. Das LAFP erhebt diese Zahlen nach eigenen Angaben täglich. Insgesamt befinden sich 1250 Menschen an den drei Standorten in Ausbildung.

Deutlich höhere Zahlen vor einem Monat

Vor rund einem Monat, als sich das LAFP zum Ausbildungsstopp vor Ort entschieden hatte, hatte es noch deutlicher höhere Infektionszahlen gegeben. Am 18. März waren 21 Mitarbeitende und sechs Studierende am Standort Selm zu diesem Zeitpunkt positiv getestet worden. An den anderen Standorten war niemand betroffen gewesen. Dort hatte deshalb die Ausbildung auch weiterhin unverändert stattgefunden.

In der Vergangenheit hatte es aber auch immer wieder Kritik an dem Handeln des LAFP in der Corona-Situation gegeben. Zum Beispiel, als sich die Behörde entschieden hatte, den Ausbildungsbetrieb im Januar wieder hochzufahren. Zu diesem Zeitpunkt herrschte bereits der Lockdown und die Infektionslage war sehr hoch – allerdings sogar weniger hoch als jetzt. So gab es am 6. Januar, unmittelbar nach den Weihnachtsferien, zum Beispiel eine 7-Tages-Inzidenz von 127 für Deutschland und 21.000 neue Fälle an diesem Tag. Aktuell liegt die Inzidenz (Stand 15.4.) bei 160 und 29.426 Fällen am Tag.

Niedrigschwelliger Maßstab

Das LAFP betont jedoch, seit Beginn der Pandemie einen niederschwelligen Maßstab bei der Bewertung der Lage anzulegen, „denn die Sicherheit und Gesundheit der Menschen in diesem Land, aber auch unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben höchste Priorität“, schreibt die Behörde in der Pressemitteilung.

Neben den durch das Robert-Koch-Institut empfohlenen Vorkehrungen gebe es auch in allen Tätigkeitsbereichen des Hauses regelmäßig vor Dienstbeginn Schnelltestungen, heißt es außerdem vom LAFP. Zudem hätten der Erhalt der Funktionsfähigkeit der Polizei für die Sicherheit der Menschen sowie der Gesundheitsschutz im Rahmen der Pandemiebekämpfung gleichermaßen höchste Priorität.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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