Nach dem Großbrand in Selm: So geht es weiter mit der Landfleischerei Brüning

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Der Schreck sitzt Familie Brüning immer noch in den Knochen. Es ist nicht einmal 24 Stunden her, dass ein Feuer auf ihrem Hof am Röhrweg wütete. Ein anderes Gefühl ist aber noch stärker.

Selm

, 12.11.2019, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Spaziergänger ist es, der Ursula Brüning am Montag gegen kurz nach 17 Uhr aus dem Alltag reißt „Es brennt.“ Kurz danach schellt das Telefon. Eine Nachbarin hat es auch gesehen: rote Flammen, die aus dem Dach der Landfleischerei Brüning schlagen.

„Wir sind dann sofort raus und haben die Feuerwehr gerufen“, erzählt Ursula Brüning am Telefon. Wenig später sind sie ihr Mann und der Rest der Familie Zuschauer des verbissenen Kampfes, den 70 Feuerwehrleute gegen Flammen führen, die sich gierig durch das Dach eines Wirtschaftsgebäudes mitten dem Gebäudeensemble fressen.

Am Dienstagnachmittag steht fest: Einsatzleiter Thomas Isermann und seine Leute haben den Kampf gewonnen. Das Feuer konnte nicht übergreifen auf die anderen Gebäudeteile: rechts das Wohnhaus und links die beiden Party-Säle.

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„Wir sind sehr dankbar“, sagt Ursula Brüning am Dienstagnachmittag: Der Einsatz der ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die im beißenden Rauch von zwei Drehleitern aus unermüdlich löschten, sei enorm gewesen. „So etwas ist nicht selbstverständlich.“ Etwas anderes auch nicht.

Ursula Brüning: „Wir sind sehr dankbar für die Hilfsangebote“

Freunde, Bekannte, Nachbarn, Kunden, aber auch wildfremde Leute hätten sich bei ihnen gemeldet, sagt Ursula Brüning. Alle hätten gesagt, wie erschrocken sie seien und wie leid es ihnen tue, dass die Brünings Opfer des Unglücks geworden seien, dessen Ursache am Dienstag noch immer nicht bekannt ist. Dabei bleib es aber nicht. „Alle haben Hilfe angeboten“: von Lagerräumen bis zu Bettwäsche.

„Zum Glück“, sagt Brüning, „brauchen wir das nicht“. Aber so eine große Hilfsbereitschaft zu erfahren, „tut einfach gut. Damit hatte ich nicht gerechnet.“ Schon eher mit Anrufen von Kundinnen und Kunden, die sich danach erkundigten, ob sie denn weiter mit den bereits bestellten Diensten des Partyservice Brüning rechnen könnten. Allen konnten die Brünings dieselbe Antwort geben.

Partyservice läuft weiter

„Wir können weiter arbeiten“, sagt Ursula Brüning. Die Küche, in der sie die Gerichte für den Partyservice zubereitet, ist nicht von dem Feuer Betroffenen. „Die beiden Säle sind es dank des Einsatzes der Feuerwehr auch nicht.“

Im kleinen Saal wird am Freitag eine Gesellschaft feiern können. Der große Saal soll auch möglichst schnell wieder in Dienst genommen werden. Dafür sei aber eine mobile Heizung und eine mobile Stromversorgung nötig, ergänzt Ursula Brünings Ehemann. Die hoffe er aber bald zu haben.

Sachverständiger der Polizei kommt am Donnerstag

Der Verkaufsraum für Wurst und Fleisch ist zwar ebenfalls nicht betroffen von dem Feuer. Das Geschäft muss aber geschlossen bleiben, weil der Stromanschluss gekappt ist „Dann funktioniert die Kühltheke nicht“, sagt Urslula Brüning. Sie hofft auf eine schnelle Lösung.

Was das Feuer ausgelöst hat, ist indes noch offen. Der Brandsachverständige könne nicht vor Donnerstag die Brandstätte begutachten, sagt Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizei. Die Zahl dieser Fachleute sei nicht groß - anders als der Bedarf. Erst wenn der sich ein Bild von der Brandstätte gemacht habe, könne er zur Entstehung des Feuers etwas sagen - und dann können die Brünings mit dem Aufbau beginnen.

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