So will der Selmer Detlev Aschenbrenner (54) helfen, den Zugverkehr zu verbessern

hzNeuer Nahverkehrsplan

Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) sammelt Ideen, damit der Nahverkehr künftig neu aufgestellt wird. Da hat Detlev Aschenbrenner aus Selm zwei konkrete Vorschläge.

Selm

, 21.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laut NWL ist ein zuverlässiges Nahverkehrssystem in Westfalen-Lippe Ziel der Erstellung eines neuen Nahverkehrsplans. Zu den Themen Qualität, Tarif, Fahrplanangebot, Infrastruktur und Fahrzeuge können Bürger bis zum 16. September Anregungen und Ideen online auf der NWL-Homepage einsenden. Ein entsprechender Entwurf werde bis Mitte 2020 von der Verbandsversammlung des NWL beschlossen.

So will der Selmer Detlev Aschenbrenner (54) helfen, den Zugverkehr zu verbessern

Der NWL bietet Bürgern an, Vorschläge für den Nahverkehrsplan auf der NWL-Homepage zu machen. © Arndt Brede

Aufruf des NWL „bleibt geheim“

Der Selmer Detlev Aschenbrenner hat bereits zwei Vorschläge beim NWL eingereicht. Der 54-Jährige muss berufsbedingt von Selm nach Dortmund fahren. „Zurzeit nutze ich den Zug einmal pro Woche; in der Vergangenheit fast täglich.“ Ein Ärgernis für ihn, denn die Regionalbahn RB 51 Enschede - Dortmund fährt in beide Richtungen nur alle 60 Minuten - zu wenig, wie er findet: „Wenn man den Zug verpasst, ist das besonders ärgerlich.“

Vorschlag 1: 30-Minuten-Takt

Deshalb plädiert er - Vorschlag 1 - für eine 30-Minuten-Taktung der RB 51. „Ich glaube, dass viele Menschen abgeschreckt werden, Zug zu fahren, wenn solche Bedingungen vorherrschen. Wenn man ernsthaft eine Klimawende herbeiführen möchte, muss sich etwas ändern.“

Das ist der Nahverkehrsplan Der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ist als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) dafür verantwortlich, im Rahmen der Daseinsvorsorge ein ausreichendes Nahverkehrsangebot sicherzustellen. Um vor dem Hintergrund der sich verändernden Mobilitätsbedürfnisse weiterhin einen attraktiven und angemessenen SPNV gewährleisten zu können, wird dieses Angebot im Nahverkehrsplan (NVP) festgelegt. Er setzt in der Region Westfalen-Lippe die Standards und Vorgaben für Umfang und Qualität der Leistungen für RegionalBahnen (RB) und RegionalExpress Linien (RE) fest und bildet damit die Grundlage für die SPNV-Angebotsplanung. Darüber hinaus enthält der NVP Zielvorgaben, Prüfaufträge und konkrete Maßnahmenvorschläge, die dazu beitragen sollen, den Nahverkehr in Westfalen-Lippe noch attraktiver zu gestalten. Mit dem Nahverkehrsplan werden konkrete Anforderungen an Verkehrsangebote und die erforderliche Infrastruktur, aber auch an Qualität, Kommunikation und Information sowie Tarife und Vertriebswege festgelegt, die der NWL in den nächsten Jahren erreichen möchte. So geht das Beteiligungsverfahren weiter: Beteiligung: bis 16. September 2019. Auswertung der Eingaben: September und Oktober. Erstellung des Entwurfs: 4. Quartal 2019/1. Quartal 2020. Beschlussfassung durch die NWL-Verbandsversammlung: Mitte 2020. Die NWL-Homepage: www.nwl-info.de

Vorschlag 2: Mehr Kreuzungspunkte

Neben der Taktverbesserung plädiert Aschenbrenner - Vorschlag 2 - für eine infrastruktuelle Veränderung. Und die bezieht sich direkt auch auf den Vorschlag 1, den 30-Minuten-Takt. „Zurzeit gibt es auf der Strecke Dortmund - Enschede in unserem Bereich nur zwei Kreuzungspunkte.“ Das seien Punkte, an denen auf zwei Gleisen auf den Gegenzug gewartet werden kann. Das seien Lüdinghausen und Coesfeld. „Für einen 60-Minuten-Takt, wie er jetzt gilt, sind diese beiden Kreuzungspunkte völlig ausreichend. Aber wenn tatsächlich ein 30-Minuten-Takt eingeführt werden sollte, muss es mehrere Kreuzungspunkte geben.“

So will der Selmer Detlev Aschenbrenner (54) helfen, den Zugverkehr zu verbessern

Detlev Aschenbrenner plädiert für einen 30-Minuten-Takt auf der Zugstrecke Enschede-Dortmund. © Detlev Aschenbrenner

Neue Bahnsteige auch für Bork

Zwei Kandidaten hat Aschenbrenner dem NWL, aber auch schon dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Ruhr-Lippe (ZRL) genannt. Seine Idee: Die Bahnhöfe Bork und Dülmen wieder mit neuen Bahnsteigen beziehungsweise Zugangsmöglichkeiten zu zwei gleichzeitig dort haltenden Regionalbahnen zu versehen. An beiden Bahnhöfen wäre jeweils ein zweites Gleis vorhanden, sagt der Selmer. Sie seien aber entweder nicht mehr in Betrieb oder nicht mehr zugänglich.

Soll Projekt geheim bleiben?

Den Aufruf des NWL an die Bürger, sich mit Vorschlägen an der Verbesserung des Nahverkehrsplans zu beteiligen, begrüßt Detlev Aschenbrenner. Auf den Aufruf des NWL sei er jedoch nur zufällig aufmerksam geworden: In einem Internet-Forum zur Verkehrspolitik wurde der Link zur Beteiligung von einem Nutzer geteilt. Er hätte sich gewünscht, dass der NWL diese Möglichkeit der Beteiligung direkter zu den Bürgern, also auch zu den potenziellen Bahn-Nutzern gebracht hätte. „Ich verstehe den NWL nicht. Man hat fast das Gefühl, dass das Projekt geheim bleiben soll.“

Bedarf für Vorschläge ist groß

Dabei schätze er, dass der Bedarf, Vorschläge zu machen, vor allem bei den Bahnfahrern groß ist: „Ich glaube, dass sich ein Drittel der Bahnnutzer aufraffen würde und sich mit Vorschlägen beteiligen würde.“

Seine Ideen zur Verbesserung des Nahverkehrs hat Aschenbrenner auch bereits Lüdinghausens Bürgermeister Richard Borgmann zukommen lassen. Borgmann steht in Kontakt zum deutsch-niederländischen Zweckverband Euregio, der sich für eine Verbesserung des Nahverkehrs auch auf der Strecke Enschede-Dortmund einsetzt.

Die Bemühungen des Selmer Bürgermeisters Mario Löhr, den Öffentlichen Personennahverkehr voranzutreiben, begrüßt Detlev Aschenbrenner auch, steht ihnen aber skeptisch gegenüber: „Die Nachricht höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. In seiner bisherigen Amtszeit hat er auf diesem Gebiet kaum etwas getan.“

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