Name soll Programm sein: Im Findus an der Kreisstraße sind Jugendliche willkommen

hzJugendzentrum in Selm

Wie soll das neue katholische Jugendzentrum neben dem Kirchturm der ehemaligen Josefskirche heißen? Selmer Jugendliche haben einen Namen gefunden: nur zwei Silben, aber viel Botschaft.

Selm

, 23.03.2019, 14:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

An Ideen habe es nicht gemangelt, sagt Linus Bülkskämper (16), „aber alle irgendwie langweilig und sperrig“. Für ihn und die anderen Mitglieder der katholischen Jugend sei klar gewesen: „Der Name muss einfach sein. So, dass jeder ihn sich leicht merken kann“- und dass er gleichzeitig auch etwas Besonderes ausdrückt. Linus und die anderen Jugendlichen - zumeist Messdiener und Pfadfinder - haben nachgedacht und sind schnell fündig geworden: Findus.

Findus? Wie die Katze in der Kinderbuchreihe „Petterson und Findus“ von Sven Nordqvist? Der junge Mann, der ein Sweatshirt mit der Aufschrift „Kaju“, katholische Jugend, trägt schüttelt lachend den Kopf. „Findus wie Treue.“ Im Schwedischen habe sich der Name so etabliert: eine Weiterentwicklung des lateinischen fidus. Noch besser gefällt Linus Bülskämper aber die zweite Sinnebene. „Find-us“, jetzt spricht er das Wort englisch aus, und der Name wird zur Einladung: Finde uns!

Der Saal hat bis zu 150 Plätze

„Man kann immer zu uns kommen“, sagt Marie Eisenhauer (18) von den Pfadfindern. Alle jungen Leute seien in dem Neubau zu Füßen des Josefs-Kirchturms willkommen, „aber auch die älteren“. Ihr gefällt der Name ebenfalls - genauso wie das Gebäude. Der breite, lichtdurchflutete Flur im Eingangsbereich, die bodentiefen Fenster in allen Räumen, der große Saal, der je nach Bestuhlung Platz für 100 bis 150 Menschen bietet. „Das ist alles richtig schön hier“, sagt sie beim Ortstermin zusammen mit Linus Bülkskämper und der für die Jugendarbeit zuständigen Pastoralreferentin der katholischen Kirchengemeinde, Anja Baukmann. Eines gefällt der Pfadfinderin besonders.

Name soll Programm sein: Im Findus an der Kreisstraße sind Jugendliche willkommen

Marie Eisenhauer freut sich, dass den Jugendlichen künftig eine große Küche zur Verfügung steht. © Sylvia vom Hofe

„Die geräumige Küche“, sagt sie. Regelmäßig würden die Pfadfinder während ihrer Gruppenstunde und Treffen gemeinsam backen und kochen. Das war bislang immer recht beengt“, sagt sie mit Blick auf ihr jetziges Domizil: dem Jugendheim St. Josef. Dort packen die jungen Leute bald die Umzugskartons.

Gemeinde hofft auf Bewilligung einer zusätzlichen Stelle

Die Leiterrunde der Pfadfinder zieht an diesem Samstag um, die der Kaju in der die Messdienerinnen und Messdiener organisiert sind, eine Woche später. Dazwischen werden die neuen Möbel eintreffen und das Geschirr für die Küche. In dem ersten Raum vorne links wird auch ein Sofa stehen. „Da soll der offene Treff hin“, sagt Anja Baukmann. Noch stehe aber die Bewilligung einer zusätzlichen Stelle für den Treff durch das Bistum aus.

Noch wichtiger als die erfolgreiche Suche nach dem Namen für den Neubau ist Baukmann etwas anderes: das gemeinsame Nachdenken über die Nutzung des Gebäudes während eines Konzepttages. Was die Teilnehmer unterschiedlichen Alters da zusammengetragen haben, „hat mich selbst total überrascht“.

Name soll Programm sein: Im Findus an der Kreisstraße sind Jugendliche willkommen

So viel Platz ist hier! Linus Bülskämper ist begeistert vom großen Saal. © Sylvia vom Hofe

Toleranz, Respekt, Ordnung und Disziplin, Spontanität und gute Vernetzung sollen laut der künftigen Nutzer das Fundament bilden. Als tragende Wände haben sie Verbands- und Gruppenarbeit, Kommunion- und Firmvorbereitung, Ferienprojekte, saisonale Gruppen wie Sternsinger und Kletterwand-Gruppe sowie den Offenen Treff genannt. „Und das organisatorische Dach bildet der Sachausschuss Jugend der Pfarrgemeinde“, ergänzt sie, mit ihr als Ansprechpartnerin und hoffentlich künftig mit einem Leiter oder einer Leiterin des offenen Treffs.

Wer sucht, ist richtig im Findus

Das eigentliche Dach, ergänzt sie, bilde aber der Glaube. „Wir haben das Jesus-Wort ,Was willst du, dass ich dir tun soll‘ ausgesucht als Motto.“ Frei übersetzt sei das eine Frage an jeden Besucher des Hauses, egal, ob religiös oder nicht: „Was brauchst du gerade? Wir helfen dir, es zu suchen. Und zu finden.“ Im Findus eben.

Am 5. April, 19 Uhr, wird das neue Pfarr- und Jugendzentrum mit einer Messe im Haus eingeweiht, anschließend folgt eine Party für alle.
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