Die Borkenberge sind ein ehemaliger Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Zur Nutzung freigegeben ist lediglich ein Weg quer durch. Absatz davon ist das Betreten des Geländes verboten, zumal dort auch noch Armeerückstände liegen. Etliche Motocross-Fahrer hält das aber nicht ab. Einen kostete der Reiz des Verbotenen nun das Leben. © Foto: Daniel Winkelkotte
Meinung

Naturerbe GmbH muss endlich die Borkenberge schützen

Wenn das Wort „Natur“ Teil eines Firmennamens ist, hat das Unternehmen eine besondere Verantwortung - vor allem, wenn es um die einzigartige Natur der Borkenberge geht, meint unser Autor.

Als 2016 die DBU Naturerbe GmbH große Flächen der Borkenberge übernahm, atmeten Naturschützer auf. Sie hofften, dass die Sandlandschaft und damit der Lebensraum für viele gefährdete Tiere auf Dauer erhalten wird. Fünf Jahre später schlägt der Nabu Alarm. Immer größere Bereiche der einzigartigen Landschaft wuchern zu – ohne dass der Entwicklung Einhalt geboten wird. Ein Problem für viele Tierarten.

Damit nicht genug. Bis heute werden, so der Nabu Kreis Coesfeld, Feuchtgebiete entwässert und es wird intensive Landwirtschaft betrieben. Dazu kommen weitere massive Störungen durch Mountainbiker, Quad- und Motocrossfahrer. Sie vertreiben viele seltene Vogelarten von ihren Brutplätzen in diesem Europäischen Vogelschutzgebiet.

Wie kann das sein bei einer Firma, die mit großen Zielen wirbt? „Wir bewahren Lebensräume“, heißt es exemplarisch im gerade veröffentlichten Jahresbericht. Nach Jahren der Bestandsaufnahme und Kartierung muss die DBU Naturerbe GmbH handeln. Sie muss im Verbund mit Polizei und anderen Kräften der Raserei eine Ende bereiten und damit Leben retten. Und sie muss endlich ihrem eigenen Anspruch gerecht werden, Einwohner und Besucher „durch vielfältige Angebote über die Natur vor Ort zu informieren und Naturschutz positiv zu vermitteln“. Stillstand war viel zu lange.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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