Neu-Selmer stellen sich vor - und äußern viel Lob, aber auch Kritik für die Stadt Selm

hzNeubürger-Empfang

Beim Neubürger-Empfang im Bürgerhaus Selm hatten die Neu-Selmer die Möglichkeit, sich gegenseitig und ihre neue Stadt kennenzulernen - und auch Kritik zu üben.

von Marcel Schürmann

Selm

, 27.02.2020, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Genau 1033 Menschen sind im vergangenen Jahr nach Selm gezogen. Den 801 erwachsenen Neu-Selmern hatte Bürgermeister Mario Löhr im Vorfeld eine Einladung für den Neubürger-Empfang im Bürgerhaus Selm geschickt. Rund 80 Menschen sind dieser Einladung am Mittwochnachmittag (26.2.) nachgekommen - wenngleich auch einige Menschen da waren, die schon länger in Selm oder seinen Vororten Bork und Cappenberg wohnen.

Wie etwa Verena Suttrup (30). Die gebürtige Lünerin ist Wahl-Borkerin seit 1997. Damals ist sie mit ihren Eltern nach Bork gezogen. Vor knapp drei Jahren lernte sie ihren Lebensgefährten Christoph Wieden (37) auf einem Badminton-Turnier in Iserlohn kennen. Wieden, gebürtiger Sauerländer, zog im Mai 2019 zu ihr nach Bork - „wegen der Liebe“, wie er sagte.

Christoph Wieden (r.) stellte sich Bürgermeister Mario Löhr vor.

Christoph Wieden (r.) stellte sich Bürgermeister Mario Löhr vor. © Marcel Schürmann

„Sauerländer sind Sturböcke, in Selm sind alle freundlich“

Gemeinsam baute das Paar ein Haus. Heimisch ist Wieden innerhalb des vergangenen Jahres in Bork schon geworden. „Die Sauerländer sind schon ziemliche Sturböcke. Hier in Selm sind alle Menschen sehr freundlich“, sagte Wieden.

Der größte Unterschied zwischen Selm und Balve - seinem Heimatort? „In Selm gibt’s keine Berge - nur den Rodelhügel“, sagte Wieden lachend.

Der Rodelhügel im Auenpark ist so ziemlich der einzige Berg in Selm.

Der Rodelhügel im Auenpark ist so ziemlich der einzige Berg in Selm. © Arndt Brede

Die meisten Neu-Selmer sind im vergangenen Jahr übrigens aus Lünen nach Selm gezogen (174). 130 Menschen waren es aus Dortmund. Darunter ist auch das Ehepaar Anke und Horst Haag. Die beiden haben ihr Eigenheim im Dortmunder Süden verkauft und ein Haus in Selm gekauft, „damit wir näher bei unserem Enkelkind sein können, das in Nordkirchen lebt“, sagte Anke Haag (65). Fast eine Stunde betrug die Fahrzeit damals. „Jetzt sind wir fürs Babysitten ruckzuck in Nordkirchen“, ergänzte ihr Mann Horst Haag (64). Weitere Vorteile für ihn: „Es ist so schön ruhig hier in Selm. Man hört die Autobahn nicht.“

„Unfreiwillige“ Kennlernrunde: Neu-Selmer stellen sich vor

Während des Empfangs stellten Bürgermeister Löhr und FoKuS-Chef Michael Reckers den anwesenden Gästen in einer Präsentation die Stadt und einige Angebote zur Freizeitgestaltung vor. Am Ende war noch genügend Zeit, sich gegenseitig auszutauschen.

Anregungen gab es einige. Nachdem sich viele Neubürger persönlich vorgestellt hatten, - Löhr hatte ihnen willkürlich das Mikrofon hingehalten und jeder sollte sich vorstellen und ein paar Worte sagen - äußerten ein paar Menschen auch Verbesserungsvorschläge. Zum Beispiel für das Wein- und Bierfest im August. „Wir brauchen da mehr Sitzmöglichkeiten“, forderte ein Bürger. Und Anke Haag stellte klar: „Der Zustand der Overberg-Sporthalle ist katastrophal.“ Sie hofft, dass der Abriss und Neubau schnell forciert wird.

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Dazu hatte Stadtsprecher Malte Woesmann bereits im Oktober 2019 gesagt, dass sich der Abriss um ein Jahr nach hinten verschiebe. „Frühestens Mitte 2021“ sei damit zu rechnen. Bürgermeister Löhr schätzte die Bauzeit für den Neubau auf eineinhalb Jahre.

Von der Stress-Stadt ins ruhige Landleben

Julia Mäder (29) hat von 2011 bis 2015 in Vinnum gelebt - unweit von Selm entfernt. Daher sei sie auch schon gut mit ihrer neuen Heimat vertraut. Sie ist mit ihrem Mann Sascha Mäder (34) im vergangenen Jahr hergezogen. „Wir sind von der Stress-Stadt Castrop-Rauxel ins ruhige Landleben nach Selm zurückgekehrt“, sagte sie.

Zurück im Landleben: Sascha und Julia Mäder wohnen seit 2019 in Selm und haben kurz nach ihrem Umzug geheiratet.

Zurück im Landleben: Sascha und Julia Mäder wohnen seit 2019 in Selm und haben kurz nach ihrem Umzug geheiratet. © Marcel Schürmann

Heimisch ist inzwischen auch Brigitte Langsch im Altenwohnheim St. Josef geworden. Die gebürtige Magdeburgerin lebte jahrzehntelang in Versmold. „Von da abzuhauen, fiel mir und meinem Mann wirklich schwer“, sagte die 90-Jährige. Dennoch: „Selm gefällt uns auch hervorragend.“

Imagefilm und musikalische Einlage

Abgerundet wurde der Nachmittag im Bürgerhaus von musikalischen Einlagen dreier Kinder der Musikschule Selm sowie einem Imagefilm über die Freizeitgestaltung in Selm, in dem neben den zahlreichen Sportanlagen auch der noch unfertige Auenpark von oben zu sehen war.

Zusatz-Info zur Neubürger-Statistik Unter den 1033 Neu-Selmern sind übrigens nur die Menschen geführt, die erstmals nach Selm gezogen sind - also nicht die, die etwa nach ihrem Studium zurückgekehrt sind.
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