Nicht ausbluten lassen

Sparkassenvorsitzender Ulrich Fischer zum neuen Bankengesetz

17.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Bisher sah der Gesetzgeber bei komplizierter Staffelung eine maximale Gewinnausschüttung von 35 Prozent vor, künftig könnte es der komplette Jahresüberschuss sein. «Das steht nicht zu erwarten», ist Fischer sicher. Es werde einen vernünftigen Abstimmungsprozess geben, denn die Kommune wolle ihre Sparkasse ja nicht ausbluten lassen. Sie habe ihren Wert längst erkannt. Bisher hat das Geldhaus mit dem roten S in Lünen und Selm jährlich unterschiedliche Projekte über den Spendenweg mit 400 000 bis 500 000 Euro unterstützt. «Wir wollen weiter eine aktive Mittelstandsförderung im Kreditbereich», sagt Ulrich Fischer (Foto). Gerade bei Existenzgründern müsse man mit dem einen oder anderen Risiko leben, das durch Rücklagen aus dem Jahresüberschuss getragen werden müsse. Als Gewährträger werde sich der Zweckverband wirtschaftlich sinnvoll verhalten, so Fischer. Grundsätzlich begrüßt er, dass der neue Entwurf des Sparkassengesetzes nun vorliegt. Jetzt hätten alle Beteiligten die Chance, ihn zu studieren und zu bewerten. «Schade, dass er nur auf Ausschüttung und Trägerkapital reduziert wird. Es gibt auch viele andere Punkte mit gleichem Gewicht», sagt er. Dazu gehört die Herausstellung des öffentlichen Auftrags, für jeden ein Konto zu führen. «Das wollen wir auch, das entspricht unserer Geisteshaltung.» Der umstrittenste Teil des Gesetzes, die Ausweisung von Trägerkapital, sei nicht zwingend zu begrüßen. «Es kommt darauf an, wie man am Ende damit umgeht», sagt Fischer. Sparkassen sollen künftig selbst entscheiden, ob sie Trägerkapital (Stammkapital) bilden oder auf ihr bisheriges Rücklagensystem setzen. In diesem Zusammenhang war die Sorge geäußert worden, dies schaffe die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Privatisierung. Fischer begrüßt die Fusion der beiden Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. «Das passt in diese Zeit.» qu-l

Lesen Sie jetzt