Ein Ehestreit in Selm soll eskaliert sein. Der Ehemann musste sich jetzt vor Gericht verantworten. © picture alliance/dpa
Vorwürfe

Nicht ordentlich geputzt: Selmer (28) soll Frau geschlagen haben

Weil er seine Frau geschlagen haben soll, stand ein Mann aus Selm jetzt vor Gericht. Grund für die Gewalt, so behauptete die Frau, sei ihrer Haushaltsführung gewesen.

Ihr mangelndes Engagement als Hausfrau soll einen Selmer derart in Rage versetzt haben, dass er seine Frau und später auch die gemeinsamen Kinder schlug. Im Prozess wegen Körperverletzung stand es nun Aussage gegen Aussage. Zuletzt traf das Gericht eine Entscheidung zu Gunsten des künftigen Familienfriedens.

Mitte September 2019, so zumindest der Vorwurf gegen den 28-jährigen Selmer, kam es zum Streit zwischen den Eheleuten. Laut Anklage warf er ihr vor, nicht ordentlich zu putzen, schlug sie mit der Hand und einem Gürtel und wurde auch gegenüber seinen beiden kleinen Söhnen gewalttätig.

Selmer bestritt die Vorwürfe

„Es gab Missverständnisse zwischen uns, Streit“, räumte der Mann, der mittlerweile getrennt von Frau und Kindern lebt, nun in seiner Verhandlung vor dem Lüner Amtsgericht ein. Aber: „Schlagen gab es nicht, verbal ja.“ Eine Bekannte der Familie sei dann gekommen, habe ihn für zwei Tage zu einer Angehörigen geschickt. Als er zurückgekehrt sei, habe er von der Strafanzeige erfahren. Warum seine Frau behaupte, er habe sie und die Söhne misshandelt, das wisse er nicht. Er wolle keine Probleme, würde so etwas nicht tun.

Doch genau das erklärte seine künftige Ex-Frau kurz darauf im Zeugenstand. Es sei zum Streit gekommen, weil er der Auffassung gewesen sei, sie habe den Haushalt nicht gemacht. „Dann hat er mich geschlagen.“ Und das habe er an dem Tag sogar zweimal gemacht. „Die Kinder haben Angst gekriegt. Die Kinder hat er auch geschlagen.“

Aus Angst drei Wochen im Frauenhaus

Am nächsten Tag habe sie sich beraten lassen und sei dann zur Polizei gegangen, um Anzeige zu erstatten. Auch hätten sie und ihre Söhne danach aus Angst drei Wochen im Frauenhaus gelebt. „Er wusste, wie er schlägt, damit ich keine blauen Flecken bekomme.“ Schläge mit einem Gürtel bestätigte sie allerdings erst auf Nachfrage des Gerichts. Für sie war es unerheblich, ob mit der Hand oder dem Gürtel geschlagen wurde. Darüber hinaus gab die 22-Jährige an, dass es seit der Trennung keine Probleme mehr zwischen ihnen gegeben habe.

Der Richter erklärte offen, er hege Zweifel an Schlägen mit dem Gürtel. Die gefährliche Körperverletzung habe sich damit erledigt. Auch betonte er, dass er gerne vermeiden wolle, den älteren Sohn (6) zu hören. Überdies verwies er auf das bis dato leere Strafregister und die Tatsache, dass nichts mehr passiert sei. Er regte die Einstellung des Verfahrens gegen Ableistung von 30 Sozialstunden an. Der Vorschlag fand Zustimmung bei allen Beteiligten. „Auch im Sinne der Kinder“, wie es der Verteidiger letztlich formulierte.

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