Franz-Josef Bleike hat das, was man den grünen Daumen nennt. Für alle, die nicht mit diesem Talent gesegnet sind, hat der Borker 3 Tipps, wie es doch was werden kann mit der blühenden Oase.

Bork

, 23.06.2019, 12:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

650 Quadratmeter groß ist der Garten des Ehepaars Bleike: ein großes Grundstück hinter dem Wohnhaus der beiden an der Lünener Straße in Bork. Dort gibt es jede Menge blühender Details. Eine Pflanze zieht aber sofort alle Blicke auf sich.

Ein wogendes, weißes Blütenmeer breitet sich am vom Eingang des Gartens bis zu einer Sitzecke aus: Tisch und Stühle sind sanft beschattet von der duftenden Pracht, die selbst an einem bedeckten Regentag das ganze Grundstück strahlen lässt - und das ohne allzu große Geduld und übermäßige Pflege.

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Der Hobbygärtner heißt Franz-Josef Bleike, die Ramblerrose Bobbie James. © Sylvia vom Hofe

Die Bleikes haben viele Rosen in ihrem Garten: englische Duftrosen mit nur einer Blüte am Stiel - dafür aber einer ausgesucht schönen - , nostalgische Kletterrosen, buschige Strauchrosen. Doch diese, fast neun Meter hohe weiße Pracht stiehlt in diesen Tagen allen anderen die Schau. Es handelt sich um eine ganz besondere, noch vergleichsweise junge Züchtung.

1. Tipp: die Rose, die alle Hindernisse überwindet

Tipp 1 von Franz-Josef Bleike: die richtige Sorte auswählen. Wer ausreichend Platz und Lust auf ein echtes Blütenspektakel hat, dem empfiehlt der Borker die Ramblerrose, oder kurz: Rambler. „Unsere ist erst vier Jahre alt“, sagt der 78-jährige Bleike. Schon bald musste er die wuchsfreudige Pflanze, deren Name sich vom Englischen „to ramble: umherwandern“ ableitet, stützen. So schwer wurden die sich kräftig windenden Triebe.

Im Gegensatz zu den feinen Edelrosen sind die Blüten klein und nicht gefüllt. Die meisten Rambler blühen auch nur einmal im Jahr: jetzt. Die große Masse der duftenden Blüten macht das aber wett. Zahllose herumschwirrende und Nektar trinkende Insekten danken es. „Und die Insekten ziehen auch wieder mehr Vögel an“, beobachtet die 77-jährige Christel Bleike.

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Da reibt man sich die Augen: In dem Pflaumenbaum blüht die Rose. © Sylvia vom Hofe

Pflegeaufwand? Bleike schüttelt den Kopf. Schnittmaßnahmen seien eigentlich gar nicht nötig. Er kürzt nur störende oder abgestorbene Triebe kurz vor dem Austrieb ein. Ihm gefällt der Rambler so gut, dass er inzwischen einen zweiten angepflanzt hat: in Rot - und an einem ganz besonderen Platz.

Der rote Neuzugang der im 19. Jahrhundert gezüchteten Rosenkreuzung windet sich einen alten, knorrigen Pflaumenbaum hinauf. Nachdem Bleike den seit Jahren immer schwächlicher gewordenen Obstbaum von oben um ein gehöriges Stück gekappt hatte, trägt er jetzt wieder Obst. Und die Rose lässt die etwas kahle Krone feuerrot leuchten.

2. Tipp: Wie Hortensien ausdauernde Blühwunder werden

Tipp 2 von Fraz-Josef Bleike: Auch den Halbschatten in blühende Farbinseln verwandeln - mit Hortensien. Eine Hortensie gekauft oder geschenkt bekommen - und nach zwei Wochen lässt sie schon Blüten und Blätter hängen: Diese Erfahrung hat der Borker nie gemacht, der einen kaufmännischen Beruf ausgeübt hat und das Gärtnern seit jeher nur als Ausgleich betreibt. Manchmal bekommt er solche verkümmerten Exemplare in die Hände und päppelt sie wieder auf. Fast 60 Hortensien fühlen sich im Garten der Bleikes wohl. Und das hat im Wesentlichen mit dem Wasser zu tun.

Große Wasserbottiche zum Auffangen des Regenwassers stehen an der Hauswand. „Ich gieße eigentlich nur mit Regenwasser“, sagt der Rentner. Und das ist gleich ein großer Teil des Erfolgs.

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Das nächste Blütenmeer: Hortensien. © Sylvia vom Hofe

Der lateinische Name von Hortensie heißt Hydrangea: Wassertrinker. Leitungswasser mögen die blau und rosa blühenden Blütensträucher - die Farbe hängt von der Bodenbeschaffenheit ab - aber nicht so gerne: wegen des oft hohen Kalkgehalts. Bleike rät davon ab, mehrfach am Tag immer etwas zu gießen, sondern empfiehlt, die Wassertrinker einmal richtig zu wässern. Wenn sie die grünen Blätter hängen lassen, ist es zu wenig gewesen.

3. Tipp: Geranien nicht jedes Jahr neu kaufen

Wer seinen Blick losreißen kann von den blühenden Sträuchern zu seinen Füßen, kann oben am Balkon auch einiges entdecken: kräftige, rote Geranien. Die meisten der Balkonblumen sind schon Jahre lange Bekannte der Bleikes. Denn das Ehepaar gehört nicht zu denen, die ihre Sommerblumen jedes Jahr neu kaufen.

Garten Bleike.in Bork #theta360 #theta360de - Spherical Image - RICOH THETA

Überwintern heißt die Lösung: „Wir bringen die Geranien im Herbst ins Winterquartier“, sagt Christel Bleike: meist Ende September oder Anfang Oktober, auf jeden Fall rechtzeitig vor dem ersten Frost. Kühl und hell werden sie die nächsten Monate im unbeheizten Treppenhaus verbringen - in ihrer Erde.

Bevor die Winterruhe beginnt, werden die Geranien aber noch frisiert: Alte Blüten, Knospen und Laub zupft Bleike ab und schneidet die Triebe dann zurück, um Krankheiten zu vermeiden - aber nicht bis in den verholzten Teil. Ganz sich selbst überlässt er sie aber auch jetzt nicht. „Ab und zu gießen wir sie auch ein wenig.“ Austrocknen dürften sie nämlich nicht, aber auch nicht zu früh austreiben. Das ist erst im nächsten Jahr erlaubt, wenn der Frost sich verabschiedet hat und die Geranien einen neuen Frühling erleben - in der Regel kräftiger und blühfreudiger als die blutjungen Kolleginnen aus der Gärtnerei.

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