Osterfeuer-Absage: Abtransport der Hölzer kostet die Selmer 120.00 Euro

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Die Gefahr vor dem Coronavirus sorgte für eine Absage der Osterfeuer in ganz NRW. Mit einigen Irrungen und Wirrungen. Und einer Rechnung von 120.000 Euro für die Bürger aus Selm.

Selm

, 02.07.2020, 18:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu Ostern gehört die Tradition der Osterfeuer für viele Menschen mit dazu. In diesem Jahr gab es in Selm aber keine Osterfeuer - und auch viele Wirrungen um das Thema.

Der Grund: Weil die Corona-Schutzverordnung (zu diesem Zeitpunkt durften sich nur zwei Menschen zusammen in der Öffentlichkeit bewegen, die nicht einer Familie angehören) öffentliche Ansammlungen nicht mehr möglich machte, wurden die Osterfeuer von der Stadt abgesagt.

Kurzfristige Absage der NRW-Regierung

Mit den anderen Gemeinden im Kreis Unna einigte sich die Stadt Selm auf ein gemeinsames Vorgehen: Die bereits angemeldeten und aufgeschichteten Feuer sollten kontrolliert, also unter Aufsicht und in Einhaltung der Corona-Schutzverordnung, abgebrannt werden. Kurz vorher schuf aber das Land NRW neue Regeln, die auch das Thema Osterfeuer ansprachen und die selbst das kontrollierte Abbrennen untersagten - sehr zum Ärger der Stadt. „Vielleicht hätte man diesen Erlass früher herausgeben können“, sagte Mario Löhr unserer Redaktion damals verärgert. Dann wäre es auch nicht nötig gewesen, dass die Städte des Kreises selbst nach einer Lösung hätten suchen müssen.

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Die Stadt entschied sich daraufhin, die Osterfeuer von einer Fremdfirma abtransportieren zu lassen, um die Organisatoren für die öffentlichen Osterfeuer nicht so kurzfristig im Regen stehen zu lassen. Die Möglichkeit, ob das Land für diese Kosten aufkommen könnte, zerstreute Bürgermeister Mario Löhr schon im April im Gespräch mit der Redaktion. „Nein, das wird die Allgemeinheit in Selm zahlen müssen“, sagt er damals. Schließlich hätte sich auch die Allgemeinheit - viele zumindest - an den Feuern erfreut.

Olfens Feuer brannten schon vor Ostern

Inzwischen ist auch klar, wie viel dieser Abtransport der öffentlichen Feuer gekostet hat: 120.000 Euro sind auf der Aufstellung vermerkt, die die Stadt in Zusammenhang mit Kosten und Aufwendungen durch die Corona-Pandemie erstellt hat. Macht bei einer Einwohnerzahl von 25.925 - laut IT.NRW - einen Betrag von 4,60 Euro pro Person.

Selms Nachbarstadt Olfen hatte da mehr Glück. Die Olfener Osterfeuer waren schon vor Ostern abgebrannt worden - also noch vor dem umstrittenen Erlass der NRW-Landesregierung.

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