Eine Mama for Future in Selm: Ortsgruppe hat sich nicht durchgesetzt

hzFridays for Future

Jeannine Tembaak ist aktuell das einzige offizielle Mitglied der „Parents for Future“ in Selm. Im Klimatreff kommen alle Splittergruppen der For-Future-Bewegung zusammen.

Selm

, 28.09.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Freitag (25. September) machte die Fridays for Future Bewegung durch einen globalen Klimastreik auf sich aufmerksam. In Hunderten Städten in Deutschland wurde für den Klimaschutz demonstriert - so auch in Selm. Inspiriert durch die Jugendlichen Klimaschützer bildeten sich in den vergangenen Monaten Gruppierungen wie „Omas for Future“, „Architects for Future“ und „Parents for Future“. Letztere, also die Eltern für die Zukunft, haben in einigen Städten in Ortsgruppen zusammengeschlossen. In Selm gab es diese Bewegung auch einmal - aktuell steht Jeannine Tembaak jedoch alleine als Klima-Mama in Selm da.

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„Dass für die Parents for Future in Selm keine Kontaktadresse im Internet zu finden ist, liegt daran, dass ich im Moment die einzige bin“, sagt Tembaak. Schlimm findet sie das jedoch nicht: „Es hat sich gezeigt, dass es sich in kleinen Städten mehr lohnt, sich zu einer großen Gruppe zusammenzuschließen. Im Klimatreff sind beispielsweise Aktivisten vom BUND und NABU, aber auch ganz gewöhnliche Bürger aller Altersklassen vertreten.“ Jeder, der interessiert sei, könne ganz unverbindlich an den Treffen und Aktionen des Klimatreffs teilnehmen.

Klimatreff für alle statt Elterntreff fürs Klima

Viele wollen laut Tembaak keiner festen Gruppe angehören. Daher biete sich der Klimatreff an: Immer am vierten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr kann jeder, der sich für Umweltthemen interessiert, am offenen Gespräch teilnehmen. Dabei verpflichte man sich nicht automatisch, an Demos und Aktionen teilzunehmen.

„Wenn sich jetzt eine Handvoll Eltern für eine Parents-for-Future-Ortsgruppe melden würde, würde ich sie trotzdem zum Klimatreff schicken. Mit gebündelten Kräften kann man mehr erreichen“, findet Tembaak.

Sie selber ist der kreisweiten Parents-for-Future-Gruppe angeschlossen - die tauscht sich jedoch hauptsächlich über Whatsapp aus und trifft sich, auch coronabedingt, nicht im „real life“. „In großen Städten wie Dortmund funktioniert das mit den Parents for Future besser: Dort finden auch Treffen statt. Aber Selm ist dafür einfach zu klein“, sagt Tembaak.

Zu den Parents for Future ist die Klimaaktivistin durch ihre Tochter gekommen: „Ich möchte der Jugend das Gefühl geben, nicht alleine für das Klima kämpfen zu müssen. Ich unterstütze meine Tochter und habe mich in der ersten Zeit viel dafür rechtfertigen müssen, warum sie demonstriert anstatt in die Schule zu gehen. Den Kindern sollen keine Steine in den Weg gelegt werden - dafür sind die Parents for Future da.“

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