Partnerschaft mit Iwkowa: Im Mai wird gefeiert - persönlich und virtuell

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Corona hat Begegnungen zwischen Menschen aus den Partnerstädten verhindert. Doch das internationale Band soll nicht reißen. Der Städtepartnerschaftsverein Selm blickt nun schon auf 2021.

Selm

, 30.07.2020, 13:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war im Jahr 2016, als Selm mit dem polnischen Iwkowa die dritte Städtepartnerschaft einging. Das fünfjährige Bestehen im Jahr 2021 soll zeigen, wie viel Gemeinsames die Menschen nicht nur aus Selm und Iwkowa, sondern auch aus Workington (England) und Walincourt-Selvigny (Frankreich) - den anderen beiden Selmer Partnerstädten - verbindet. Dabei greifen Vorsitzende Monika Zientz und ihre Mitstreiter auf Kommunikationsformen zurück, die kurioserweise während der kommunikationsfeindlichen Corona-Krise Begegnungen ermöglichen. Nur eben anders als bis dato gewohnt.

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„Wir haben vor, dass die Polen zu uns kommen“, berichtet Monika Zientz im Gespräch mit der Redaktion mit Blick auf 2021. Unter welchen Rahmenbedingungen persönliche Begegnungen möglich sein werden, ob noch unter Coronabedingungen oder nicht, könne zwar jetzt noch nicht abgeschätzt werden. Dennoch soll das Motto des Jubiläums - „Impuls Europa“ - deutlich zum Tragen kommen.

Europäische Einflüsse in Musik und Kunst

Es gehe darum, sich im Mai 2021 an einem Wochenende mit den europäischen Einflüssen auf Musik und Kunst zu beschäftigen. „Die waren ja immer schon da“, sagt Monika Zientz. Sie nennt das Beispiel Frederic Chopins, der in Polen geboren wurde und in Frankreich berühmt geworden sei. Was haben wir voneinander gelernt? Worin unterscheiden wir uns? Fragestellungen, die ganz konkret beantwortet werden sollen. Musikalisch und künstlerisch.

Live-Konzert und Video-Collage

Und das könnte so funktionieren: „Es könnte ein gemeinsames Jazzkonzert zwischen polnischen und Selmer Jazzmusikern geben. Aber das ist nur einer von vielen Aspekten.“ So habe Stadtjugendpfleger Benedikt Dorth die Idee des Eurovision Contest ins Spiel gebracht. Idee: In den vier Partnerstädten zeichnen Menschen per Video Lieder auf, auf die man sich im Vorfeld geeinigt hat, und letztendlich wird das dann so zusammengeschnitten, dass gemeinsame Lieder und Choreographien zustande kommen. Diese Musikcollage wiederum könnte dann in die vier Partnerstädte übertragen werden. Und berge den Charme der unterschiedlichen Interpretation in den einzelnen Partnerstädten.

Monika Zientz 2016 während des Festakts zur Gründung der Städtepartnerschaft mit Iwkowa.

Monika Zientz 2016 während des Festakts zur Gründung der Städtepartnerschaft mit Iwkowa. © Theo Wolters (Archiv)

Dieser Ansatz, das Medium Video zu nutzen, sei eben die Chance, die die Corona-Krise gebracht habe, sagt Monika Zientz: „Da sind plötzlich Menschen notgedrungen per Zoom oder Teams miteinander in Kontakt, die nie zuvor damit befasst waren.“ Mittlerweile sei diese Form der Kommunikation wegen der Corona-Beschränkungen alltäglich geworden, und zwar generationenübergreifend. Das Jugendzentrum Sunshine biete mit seinen medialen Möglichkeiten Vieles, um diese Idee umzusetzen.

Ein weiterer Aspekt im Bemühen, das Band der internationalen Freundschaft an jenem Mai-Wochenende 2021 zu stärken, ist die Kunst: „Menschen aus den vier Städten könnten den Begriff Heimat künstlerisch darstellen und das in einer Ausstellung zeigen“, sagt Monika Zientz. Zudem könnten Schüler und Senioren gemeinsam arbeiten und Geschichten aus allen vier Ländern zusammentragen.

Die Stadtspitzen pflanzten 2016 in Iwkowa einen Baum.

Die Stadtspitzen pflanzten 2016 in Iwkowa einen Baum. © Theo Wolters (Archiv)

Eine weitere Säule sei das Thema Umweltschutz. Wie dieses Thema während des Jubiläumsbesuches aufgearbeitet und behandelt werden kann, stehe noch nicht fest. Möglicherweise in Zusammenarbeit mit dem Klimatreff Selm.

Kontakt halten per Videokonferenz

Viel zu tun für den Städtepartnerschaftsverein, um dieses Jubiläumstreffen zu organisieren. Wie sieht denn aber der Status Quo in den internationalen Beziehungen Selms aus? „Corona hat vieles unmöglich gemacht“, sagt Monika Zientz. Besuche seien wegen der Coronabeschränkungen nicht möglich. „Damit der Kontakt aber nicht abbricht, planen wir eine Videokonferenz mit je einem oder zwei Vertretern aus den Partnerstädten plus Dolmetscher plus Moderator.“ Die Zielsetzung: „Zu erfahren, wie es den Menschen geht, wie sich Corona ausgewirkt hat.“ Die Konferenz soll im September laufen. Womöglich live, womöglich zusätzlich auch aufgezeichnet abrufbar.

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