Paten der Nacht rufen auf zu „Earth Night“ - Selmer Verwaltung macht nicht mit

hzLichtverschmutzung

Die Initiative „Paten der Nacht“ ruft Städte in der Umgebung auf, bei der sogenannten „Earth Night“ im September mitzumachen. Auch die Stadt Selm erhielt eine Anfrage.

Selm

, 26.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Initiative hat einen etwas poetisch klingenden Namen, es geht ihr aber um ein ernstes Anliegen. Die „Paten der Nacht“ setzen sich für die Eindämmung von Luftverschmutzung ein. Das Netzwerk hat sich im September des vergangenen Jahres gegründet - Mitglieder hat es der eigenen Aussage nach in ganz Deutschland. Paul Steinebach ist einer von ihnen. Er wohnt in Lüdinghausen - und hat sich jetzt an 50 Kommunen in der Umgebung gewandt mit der Bitte, seinen Kampf gegen die Lichtverschmutzung zu unterstützen. Auch an den Selmer Bürgermeister hat er eine Mail geschrieben, wie er im Gespräch mit der Redaktion erzählt.

Er ruft die Stadtverwaltung darin dazu auf, bei der Earth Night mitzumachen, die am 17. September 2020 ab 22 Uhr startet. „Mit der Aktion möchte die bundesweite ehrenamtliche Initiative Paten der Nacht zur Eindämmung der Lichtverschmutzung beitragen. Für eine Nacht soll der Einsatz künstlicher Beleuchtung auf ein Minimum reduziert werden. Ziel ist es, wenigstens eine dunkle Nacht pro Jahr zu ermöglichen“, erklärt Paul Steinebach in dem Brief, der auch der Redaktion vorliegt. Jeder könne mitmachen, sagt er außerdem am Telefon.

Stadtverwaltung plant nicht, an der Aktion teilzunehmen

Die Stadtverwaltung Selm wird sich allerdings wohl nicht beteiligen. Zwar hat Paul Steinebach selbst noch keine Rückmeldung erhalten. Auf Anfrage der Redaktion erklärte die Verwaltung aber, dass derzeit nicht geplant sei, an der Aktion teilzunehmen. Licht hat „einen sicherheitsrelevanten Aspekt (Straßenbeleuchtung etc.). Auch dies hat dazu geführt, dass die Stadtverwaltung nicht plant, an der Aktion teilzunehmen“, so Stadtsprecher Malte Woesmann.

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„Schade“, kommentiert das Paul Steinebach. Er weist außerdem noch mal darauf hin, dass es nicht völlig dunkel sein müsse in der Nacht und er auch nicht erwartet hätte, dass alle Laternen ausgeschaltet werden. Aber: „Jedes Licht, das nicht leuchtet, zählt“, sagt er. „Vielleicht hat die Stadt ja doch irgendeine Lampe am Rathaus oder so, auf die sie in dieser Nacht verzichten kann“, sagt er.

Lichtverschmutzung nennt man - kurz erklärt - die Abwesenheit von völliger Dunkelheit auf der Erde. Die künstlichen Lichtquellen können störende Einflüsse auf die Pflanzen- und auch auf die Tierwelt haben. Außerdem wird es durch sie immer schwerer, astronomische Beobachtungen des Nachthimmels vorzunehmen: Zum Beispiel ist es sehr schwer, von einer großen Stadt aus die Milchstraße zu sehen.

Bei der Earth Hour ist Selm dabei

In seinem Schreiben an die Stadt hatte Paul Steinebach auch geschrieben, dass Selm bei der ähnlich klingenden Aktion „Earth Hour“ auch nicht mitgemacht habe. Das stimmt nicht, wie auch die Stadt noch mal betont. „Richtig ist, dass die Stadt Selm zur Teilnahme an der Aktion Earth Hour aufgerufen hat und auch in Zukunft plant, diese Initiative zu unterstützen. Sie ist ein gutes Zeichen für mehr Klima- und Umweltschutz“, so Malte Woesmann. Bei der Earth Hour wird im März für eine Stunde am Tag das Licht ausgeschaltet, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

Ähnlich wie die Stadt Selm hält es Lünen mit der Earth Night: Auch die Verwaltung dort wird sich nicht beteiligen. Er habe allerdings auch schon positive Rückmeldungen bekommen, sagt Paul Steinebach. „Dorsten zum Beispiel hat eine Zusage erteilt. Und Hamm“, erklärt er. In einem nächsten Schritt möchte er auch die Selmer Fraktionen anschreiben.

Wer sich für die Earth Night und die Paten der Nacht interessiert, kann sich bei Paul Steinebach unter Tel. (0176) 38167815 oder per E-Mail an p.steinebach@paten-der-nacht.de melden.

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