Mehr als 9000 Selmer pendeln - einige sogar mehr als 100 Kilometer

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Das Statistische Landesamt (IT NRW) hat den Pendleratlas für 2019 veröffentlicht. Die große Mehrheit nimmt für die Arbeit längere Strecken in Kauf. Mindestens ein Selmer fährt besonders weit.

Selm

, 27.10.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während die so genannten Dinge des täglichen Bedarfs - hier vor allem Einkaufsmöglichkeiten, aber auch Schulen und Sportangebote - möglichst direkt vor der Haustür liegen sollten, nehmen viele Menschen für die Arbeit einen längeren Weg in Kauf. In Selm ist das sogar die deutliche Mehrheit: 13.203 Erwerbstätige wohnen in der Stadt, 9414 von ihnen verlassen Selm jeden Tag, um in einer anderen Kommune zu arbeiten. Damit beträgt die Auspendlerquote 71,3 Prozent.

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Grafik © Klose

Eine Ausnahme ist Selm damit nicht - im Gegenteil: Für den Kreis Unna bedeutet die Quote, basierend auf den ermittelten Werten für 2019 (Stichtag für alle Werte: 30. Juni), einen Platz im Mittelfeld. Die niedrigste Auspendlerquote hat Unna mit 59,3 Prozent, die höchste Quote hat IT NRW mit 74,4 Prozent in Fröndenberg gemessen. Die Quote für den gesamten Kreis Unna liegt übrigens bei 46,6 Prozent - es bleiben also mehr Erwerbstätige innerhalb der Kreisgrenzen, wenn sie zur Arbeit fahren.

Das Hauptziel der Pendler ist nach wie vor Dortmund: Rund 1800 Selmerinnen und Selmer haben dort ihren Arbeitsplatz. Fast genauso viele pendeln täglich nach Lünen. Auch andere Städte der Region, wie Nordkirchen, Lüdinghausen oder Olfen, sind stark frequentiert.

100 Kilometer und mehr zur Arbeit

Doch es gibt auch einige Ausnahmen. Einige Selmer nehmen 100 und mehr Kilometer in Kauf, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen. Je nachdem, welche Strecke man wählt, sind die weitesten Ziele Leverkusen und Olpe im Bergischen Land. Auch Sonsbeck am Niederrhein, etwas mehr als 100 Kilometer entfernt, wird von IT NRW als Pendlerziel eines Selmers angegeben.

Umgekehrt ist es ähnlich: So pendelt nach Angaben des Statistischen Landesamtes ein Mann aus Xanten - Nachbarort von Sonsbeck - täglich zur Arbeit nach Selm. Auch aus Leichlingen bei Leverkusen und Halle in Westfalen haben sich zumindest 2019 jeden Morgen Menschen auf den Weg nach Selm gemacht. Die meisten Einpendler kommen allerdings direkt aus der Nachbarschaft: 859 Menschen aus Lünen fahren täglich nach Selm, aus Dortmund kommen knapp 400 Einpendler.

Insgesamt gab es 2019 in Selm 4997 Einpendler. Ein Teil der Selmer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bleibt natürlich auch in der Stadt: 3789 Erwerbstätige gelten als „innergemeindliche Berufspendler“.

Die Pendlerrechnung NRW liefert jährlich Angaben über die Pendelbewegungen der Erwerbstätigen auf Gemeindeebene. Erfasst werden die Pendelbewegungen zwischen den Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und die Pendelbewegungen, die über die Grenzen Nordrhein-Westfalens beziehungsweise Deutschlands hinausgehen.

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