Personal und Kunden schützen: Supermärkte treffen Vorkehrungen gegen Coronavirus in Selm

hzCoronavirus in Selm

Von der Decke hängende Schutzscheiben und Konstruktionen aus Holzplatten und Plastikfolie an Kassen - ein ungewöhnlicher Anblick, der aber momentan zum Schutz in Supermärkten in Selm zu sehen ist.

Selm

, 23.03.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer am Montagmorgen (23. März) auf der Suche nach Toilettenpapier oder Mehl durch die verschiedenen Supermärkte oder Läden in Selm, Bork und Cappenberg gegangen ist, dem werden einige Veränderungen aufgefallen sein.

Bereits an den Eingängen hängen Schilder, die die Menschen auf Hygiene- und Abstandsregeln aufmerksam machen.

Verschiedenste Maßnahmen zum Schutz gegen Corona

Aber auch in den Supermärkten selbst hat sich so einiges getan:

Markierungen auf dem Boden rufen zum Abstand halten auf, Kassierer werden verstärkt vor Ansteckung geschützt und auch die Kundenanzahl ist in manchen Läden begrenzt.

„Wir werden alles tun, damit sich so wenig Kunden und Personal wie möglich mit dem Coronavirus infizieren“, bestätigt Christina Nickel vom Edeka Geldmann in der Botzlarstraße. Die Supermarktkette habe in allen Filialen dazu aufgerufen, Bodenaufkleber zum nötigen Hygieneabstand anzubringen.

Auch an der Fleischtheke bei Rewe Gawdi zeigen Markierungen auf dem Boden an, wie viel Abstand die Kunden halten sollten.

Damit diese Linie niemand übertritt, wird der Platz zwischen Markierung und Theke zusätzlich zur „Lagerung“ der Grillkohle genutzt.

Fünf Kunden pro 100 Quadratmeter

Zudem lasse man laut Christina Nickel in die Edeka Märkte nur noch fünf Kunden pro 100 Quadratmeter Fläche. Zur Umsetzung dieser Maßnahme sei extra Personal am Eingang eingesetzt worden.

„In unsere Filiale dürfen nach der neuen Regel 45 Kunden, durchschnittlich sind hier aber maximal 20“, erklärt Martin Humpert, Leiter der Edeka-Filiale in der Breite Straße. „Bis jetzt hat sich jeder daran gehalten und wir haben keine Probleme gehabt“.

„In Cappenberg ist die Lage entspannter“

„Nur noch fünf Kunden gleichzeitig“, lautet auch die Devise im Cappenberger Dorfladen in der Rosenstraße 16. Zudem desinfiziere Inhaber Andreas Kurze den Laden mehrmals täglich und weist seine Kunden durch Schilder darauf hin, nur Sachen anzufassen, die sie auch wirklich kaufen wollen.

„Nur das anfassen, was man auch wirklich kaufen will“, bittet Andreas Kurze seine Kunden im Cappenberger Dorfladen.

„Nur das anfassen, was man auch wirklich kaufen will“, bittet Andreas Kurze seine Kunden im Cappenberger Dorfladen. © Sabine Geschwinder

„In Cappenberg ist die Lage entspannter, weil hier weniger Betrieb ist.

Ich habe auch Kundschaft aus Lünen oder Nordkirchen, die herkommen, um dem Stress größerer Filialen zu entfliehen. Die Kunden zeigen vollstes Verständnis für die Maßnahmen und halten sich auch daran“, erklärt Kurze.

Kassierer durch „Trennwand“ geschützt

Zu den Hinweisen auf Abstand halten und Niesetiketten sowie der Begrenzung der Kunden im Markt kommen außerdem Maßnahmen, die besonders die Kassierer schützen sollen.

Im Borker Lidl werden sie beispielsweise durch eine dicke Plexiglasscheibe von den Kunden getrennt. Im Netto und Rewe in Selm wurde eine Konstruktion aus Holzlatten gebaut, die mit Plastikfolie umspannt eine Barriere zwischen Kunde und Kassierer bildet.

Schutzscheibe und Handschuhpflicht fürs Personal

Im K+K hängt an der Kasse eine Schutzscheibe von der Decke herab.

„Diesen Spuckschutz haben wir seit Ende letzter Woche“, erklärt Laura Brabandt vom K+K in der Ludgeristraße in Selm, „Außerdem besteht bei uns für das Personal die Handschuhpflicht.“

Die Maßnahmen seien von der Zentrale angeordnet worden. Die Kunden hätten zum Großteil Verständnis, Vereinzelte zögen die Schutzmaßnahmen allerdings ins Lächerliche.

Bargeldloses Bezahlen soll helfen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, und ist deshalb gerade momentan in Supermärkten gerne gesehen.

Bargeldloses Bezahlen soll helfen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, und ist deshalb gerade momentan in Supermärkten gerne gesehen. © Marcel Schürmann

Auch die Aldi Filialen setzten laut Pressesprecherin Verena Lissek auf Maßnahmen, wie zusätzliches Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe für die Mitarbeiter. Zusätzlich empfehle sie den Kunden das kontaktlose Bezahlen für weniger Ansteckrisiken.

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