Oskar Seiler hat bei dem Playmobil-Osterfilm viel mitgeholfen: Die Figuren gecastet, die Figuren für den Film bewegt und dabei auf jedes Detail geachtet. Die Hauptfiguren in der Geschichte sind natürlich Jesus und auch ein Esel. © Seiler
Playmobil-Film

Playmobil und Ostern: Wenn aus vielen Bildern eine Geschichte wird

Jesus als Playmobil-Figur? Dass das möglich ist, zeigen zwei Familien aus Bork. Sie haben einen Playmobilfilm gedreht, der die Ostergeschichte aus einer ganz besonderen Perspektive erzählt.

Dass Playmobilfiguren lebendig werden können. Davon gehen viele Kinder aus, wenn sie stundenlang auf dem Teppich sitzen und sich verschiedenste Geschichten ausdenken. An Ostern werden in Bork diese Träume aber Wirklichkeit. Denn zwei Familien haben zusammen die Ostergeschichte nachgespielt – und zwar mit Playmobil-Figuren.

Es ist die selbstgeschriebene Geschichte mit dem Namen „Soll es das gewesen sein?“, die der Idee einen Rahmen gibt. Die Hauptfigur darin ist der Esel, der schon bei Jesu Geburt dabei war und nicht glauben kann, dass Jesus gestorben ist.

Der Esel trifft Jesus Freunde

Er geht nach Jerusalem und trifft dort alle Freunde von Jesus: Angefangen von Petrus und den traurigen Jüngern, zu Maria Magdalena, die das leere Grab gesehen und mit Jesus gesprochen hat, bis hin zu den Emmaus-Jüngern und dem ungläubigen Thomas. „So haben wir versucht, die kirchliche Geschichte irgendwie verständlich für Kinder zu erzählen“, erklärt Tim Seiler.

Mit Playmobilfiguren haben Familie Seiler und Bitterschulte die Ostergeschichte nachgestellt. Dabei wurde zum Beispiel die eigentliche Pirateninsel zu Jesus Grab umfunktioniert, an dem Maria Magdalena auf Jesus stößt. © Seiler © Seiler

Doch um überhaupt in den Film zu kommen, mussten die Playmobilfiguren erst einmal gecastet werden. „Die durften sich ja nicht zu ähnlich sehen, deswegen haben wir das ganz genau ausgesucht“, erklärt Oskar Seiler (8 Jahre). Zum Glück hat die Familie viele verschiedene Figuren zur Auswahl gehabt.

Eine Piratenhöhle wird zu Jesus Grab

Denn neben den Figuren aus den Playmobil-Krippen, die sich gut auch für die Ostergeschichte eignen, gibt es auch viele andere Figuren in der Geschichte. „Wichtig ist, dass alle ein Gewand anhaben und die Haare anders sind“, sagt Oskar. So ist am Ende aus der eigentlichen Ikarus-Figur auf einmal – ohne die Flügel – der ungläubige Thomas geworden. Ein anderer griechischer Gott hat sich in der Ostergeschichte in einen der Emmaus-Jünger verwandelt.

Und auch bei der Kulisse haben sich die beiden Familien sehr viel Mühe gegeben. Elisabeth Bitterschulte, die unter anderem auch viel im Hintergrund geholfen hat, hat das Bühnenbild für die Playmobil-Figuren entworfen. Andere Playmobilkulissen wie zum Beispiel die Pirateninsel haben dann als Grab von Jesus hergehalten.

Die Bilder haben die Familien mit dem Handy aufgenommen. Damit das nicht wackelt, stand es fest auf einem Notenständer und die Fotos wurden per Sprachbefehl gemacht. © Seiler © Seiler

Das spannendste für alle war jedoch das eigentliche Fotografieren. „Das hat am allermeisten Spaß gemacht, auch wenn es etwas knifflig war“, erzählt Oskar. Denn schließlich dürfen sie die Figuren nicht zu viel bewegen, sonst passen die Bilder am Ende nicht zusammen und der Film wird zu kurz für den Text. Außerdem muss man dabei auf ganz viele Kleinigkeiten achten, erklärt Oskar weiter: „Wenn wir Schafe im Hintergrund hatten, müssen die sich ja auch ein bisschen bewegen.“

Sprachsteuerung vermeidet Wackler

Oskars große Schwester Ida Seiler (12 Jahre) hat am liebsten die Fotos gemacht – denn auch in ihrer Freizeit fotografiert sie gerne. Das Handy stand dafür fest auf einem Notenständer, damit die Fotos immer aus dem gleichen Winkel fotografiert werden. Damit es aber auch beim Fotografieren selbst keinen Wackler gibt, hat sich die Familie etwas einfallen lassen.

 

„Man konnte die Fotos mit einem Sprachbefehl auslösen“, erzählt Ida. Dadurch musste sie einfach entweder „Click“ oder „Bitte lächeln“ sagen und schon hat das Handy ein Foto gemacht. „Das war ganz schön lustig, als wir vor den Playmobil-Figuren saßen und ‚Bitte lächeln‘ gesagt haben“, erzählt die 12-Jährige und auch alle anderen müssen bei dem Gedanken lachen.

Das Schneiden war die meiste Arbeit

Am Ende sind beim Fotografieren insgesamt 450 verschiedene Fotos entstanden. Anja Bitterschulte hat ganz am Ende dann dafür gesorgt, dass daraus auch tatsächlich ein Film entsteht. „Das war wohl die schwierigste und längste Arbeit, da die Textlänge natürlich auch zu den Bildern passen muss“, erklärt Tim Seiler. Davor hatten alle den Text für die Geschichte noch mit verteilten Rollen eingesprochen.

Die Hauptfigur in der Playmobil-Ostergeschichte ist ein Esel, der auch schon bei Jesu Geburt dabei war. Er trifft auf seinem Weg alle Freunde von Jesus. © Seiler © Seiler

Am Ende ist aus dem großen Projekt ein Fünf-Minuten-Film geworden. Er wird ab Karsamstag im digitalen Familien-Ostergottesdienst der Gemeinde St. Ludger gezeigt werden. Den kann man sich auf der Homepage der Gemeinde oder auf dem eigenen YouTube-Kanal anschauen.

Schon der zweite Playmobil-Film

Und es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Familien so einen Playmobilfilm gemacht haben. Mittlerweile hatten sie schon etwas Übung und Erfahrung. Schon zu Weihnachten haben alle gemeinsam einen Playmobilfilm zur Weihnachtsgeschichte gedreht, der gut in der Gemeinde ankam.

Nun hat auch die österliche Variante allen Spaß gemacht. „Das war einfach cool, die Ostergeschichte mit Playmobil nachzuspielen“, erklärt Oskar Seiler. Ob sie noch ein drittes Mal so eine Playmobil-Geschichte drehen werden? „Bestimmt, wenn wir eine coole neue Geschichte haben“, meinen alle einstimmig.

Über die Autorin
freie Mitarbeiterin
Ich liebe es, auch die unscheinbarsten Geschichten zum Leben zu erwecken – deswegen studiere ich Journalistik an der TU Dortmund und bin begeisterte Lokalreporterin, immer einer interessanten Geschichte auf der Spur.
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