Prozessionsspinner in Selm: 62 Fälle bis jetzt bei der Stadt gemeldet

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Eichenprozessionsspinner waren in Selm auch dieses Jahr wieder ein großes Problem. Die Stadt zieht jetzt Bilanz - und kann auch verkünden, dass die Entfernung deutlich weniger gekostet hat als 2019.

von Kimberly Becker

Selm

, 24.08.2020, 20:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Befälle von Eichenprozessionsspinnern haben auch 2020 viele Selmer beschäftigt. Und natürlich die Stadtverwaltung, die als erste Anlaufstelle für die Beseitigung der gesundheitsgefährdenden und hartnäckigen Schädlinge angefragt wird. Insbesondere Privatpersonen und Anwohner haben sich gemeldet. Die kostspielige Problematik bleibt also auch in 2020 bestehen, wobei die Stadt Selm ein teils positives Fazit im Vergleich zum vergangenen Jahr 2019 ziehen kann.

Vergangenes Jahr waren bei der Stadt noch 88 Meldungen eingegangen. Nun meldet Malte Woesmann, Pressesprecher der Stadt Selm, 62 Fälle für 2020.

Davon sind zwei Bereiche ohne letztlich doch Befall gewesen. Sieben Flächen waren im Zuständigkeitsbereich des Kreises Unna, eine Fläche in dem von Straßen.NRW. In 46 Fällen ist explizit die Stadt Selm zuständig gewesen.

Unterschiedliche Prioritäten

Die Meldungen sind hinsichtlich des Ortes und dessen Besuchsfrequenz in drei Prioritäten unterteilt worden. Plätze mit viel Zulauf wie Schulen und Kindergärten haben oberste Priorität, was neun der 62 Fälle ausmacht hat.

Zur zweiten Priorität gehören öffentlich zugängliche Ort, wo etwas weniger Verkehr zu erwarten ist. 21 Meldungen wurden dieser Kategorie zugenordet. In diesen beiden Gruppen hat die Stadt unterschiedliche Maßnahmen - wie die Absaugung von Nestern - ergriffen, um schnellstmöglich die Gefahr zu beheben.

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Die restlichen Fälle, die an dritter Steller der Prioritätenliste stehen, waren im freien Außenbereich, wo meist mit Abflatterung und Hinweisschildern gearbeitet worden sei.

Biologische Mittel

Die Stadt hat in diesem Jahr auch vermehrt auf biologische Maßnahmen gesetzt. „Im Vorfeld wurden 13 Bereiche prophylaktisch mit biologischen Mitteln behandelt", sagt Woesmann. Dort habe nur ein Baum einen Wiederbefall gezeigt, der anschließend nachbehandelt werden musste. Daher haben sich die Maßnahmen als erfolgreich herausgestellt.

Dass die Entfernung der Nester jedoch erst möglich gemacht worden ist, begründet sich auch in den hohen Summen, die die Stadt für die Maßnahmen ausgegeben hat. Circa 16.000 Euro sind für die Bekämpfung der Plage investiert worden. Das ist viel - aber auch viel weniger als im vergangenen Jahr aufgewendet werden musste. 2019 hat die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner die Stadt 45.000 Euro gekostet.

„Der Eichenprozessionsspinner war über das gesamte Stadtgebiet verteilt", berichtet der Pressesprecher. Ein Großbefall sei unter anderem der Zechenbusch gewesen, wo auch die einzige Vollsperrung stattgefunden hat. Dort sind dutzende Bäume befallen gewesen, was ein erhöhtes Risiko für die Anwohner dargestellt hat.

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