Nach dem Überfall durch 14-Jährige: Polizei rät Personal, eigene Gefährdung zu vermeiden

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Es ist nochmal gut gegangen. Die 62-jährige Mitarbeiterin des Spielgeschäfts hat die Jugendlichen verscheucht, die sie mit einem Messer bedrohten. Von so einem Mut rät die Polizei aber ab.

Selm

, 27.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Noch gibt es keine Hinweise auf die etwa 14-jährigen Täter, die am Mittwoch, 24. Juli, die Mitarbeiterin eines Geschäftes an der Südkirchener Straße überfallen haben. Einer hatte dabei ein Messer gezückt und Geld gefordert.

Ermittlungen laufen

„Die Kollegen ermitteln noch“, berichtet Thomas Röwekamp, Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna auf Anfrage der Redaktion.

Auf Hinweise angewiesen

Ob auch der Aufruf an die Bürger, Hinweise zu geben, Erfolg haben wird, hänge auch von den Tätern ab, sagt der Polizeisprecher. „Wenn sie örtlich ansässig sind, kann es auch schon mal sein, dass die Bezirksbeamten vor Ort eventuell wissen, um wen es sich handeln könnte“, führt Röwekamp aus. Oder aber Bürger wissen, wer die Täter sind. „Auf solche Hinweise sind wir natürlich angewiesen.“ Bei überregional agierenden Tätern sei es aber schwieriger, ihrer habhaft zu werden.

Strafanzeige gegen Unbekannt ist gestellt

Auf jeden Fall sei im aktuellen Fall des Raubüberfalls in der Selmer Altstadt eine Strafanzeige gegen die bisher unbekannten Täter geschrieben worden, so Röwekamp. „Das passiert, egal, wie alt sie sind.“ In dem aktuellen Fall deutet die Täterbeschreibung auf zwei Jugendliche um die 14 Jahre und zwei weitere etwas ältere Männer hin.

Nach Angaben der Kreispolizeibehörde Unna hatte sich die Mitarbeiterin des Spielwarengeschäfts den beiden 14-Jährigen entgegengestelllt und die angeschriebe, als einer ein Messer zog. Ähnliches ist schon einmal passiert.

Im Februar war ein 29-jähriger Kleinkrimineller an einer couragierten Verkäuferin im Tedi-Markt an der Kreisstraße gescheitert. Sie hatte sich geweigert, die Kasse zu öffnen, obwohl er mit einer Waffe vor ihr herumgefuchtelt hatl

In Fällen wie diesen rät Polizeisprecher Thomas Röwekamp: „Oberste Priorität muss sein, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. Täter in diesem Alter sind vielleicht noch nicht so abgezockt wie ältere Täter. Und wenn sie nervös werden, kann es böse ausgehen.“ Das Verhalten von Jugendlichen dieses Alters sei unberechenbar.

„Jeder Fall ist einer zu viel.“
Thomas Röwekamp, Spredcher der kreispolizeibehörde Unna, zum Thema Gefährdung durch couragiertes Verhalten

Hat es denn schon mal Fälle gegeben, wo Mitarbeiter von Geschäften verletzt worden sind? Polizeisprecher Röwekamp erinnert sich nicht daran, aber an etwas anderes.

„Bei einem Wohnungseinbruch war es mal so, dass sich der Bewohner den Einbrechern entgegen gestellt hat und verletzt wurde.“ Doch auch wenn statistisch bisher wenig Schlimmes passiert sei: „Jeder Fall ist einer zu viel.“

Hinweise an die Polizei in Werne, Tel. (02389) 9213420 oder 9210.

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