Rechtsanwalt Michael Liedtke holte für seinen Mandanten den Freispruch heraus. © Martin von Braunschweig
Urteil in Dortmund

Raubüberfall-Vorwurf gegen Selmer: „Da war wohl ein bisschen Rache dabei“

Das Dortmunder Landgericht hat einen Selmer vom Vorwurf der Beteiligung an einem Raubüberfall freigesprochen. Der Mann musste vier Jahre bangen, obwohl er dachte, alles richtig gemacht zu haben.

Im Februar 2017 waren drei maskierte Räuber in die Spielhalle an der Hauptstraße in Selm gestürmt und hatten die Angestellte mit Schlagstöcken bedroht. Um ihrer Forderung nach Geld Nachdruck zu verleihen, hatten sie mit den Stöcken auch auf die Theke und auf einen Bildschirm eingeschlagen.

Mit fast 2000 Euro Beute war dem Trio wenig später die Flucht gelungen. Die Männer sprangen in den Wagen des jetzt angeklagten 26-Jährigen und verschwanden unerkannt.

Der angebliche Fluchtwagen-Fahrer war allerdings gar nicht eingeweiht. Der Selmer warf seine Bekannten damals schon nach wenigen Hundert Metern aus dem Auto und ging außerdem schon am nächsten Tag zur Polizei, um sie anzuzeigen.

Räuber-Trio ruderte zurück

Alles richtig gemacht, wird er sich damals gedacht haben. Das Räuber-Trio war indes natürlich überhaupt nicht begeistert von dieser Aktion. Also schlossen sich die Täter zusammen und präsentierten der Polizei eine Lügengeschichte. Danach wusste der heute 26-Jährige im Vorfeld über alles Bescheid und sollte auch einen Anteil aus der Beute bekommen.

Erst jetzt, vier Jahre später, ruderten die Täter zurück. Der Selmer habe mit der Tat nichts zu tun. „Da war wohl auch ein bisschen Rache dabei“, gab einer zu. Den Richtern blieb danach nichts anderes übrig, als den Mann freizusprechen.

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