Tragischer Vorfall in Rünthe Eltern widersprechen Gerüchten um Tod von Dominic (10) aus Selm

Rettungswagen und Rettungshubschrauber vor der Schule
Die Eltern des gestorbenen Schülers Dominic sind den Einsatzkräften vor der Schule in Rünthe sehr dankbar. © Wüllner (A)
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In der Trauer um ihren am Montag (5.12) tragisch ums Leben gekommenen Sohn Dominic (10) sehen sich die Eltern aus Selm plötzlich mit vielen Spekulationen konfrontiert. Gerüchte um den Tod des Schülers der Regenbogenschule in Bergkamen-Rünthe machen die Runde, vor allem in den sozialen Netzwerken.

„Sachen, die wirklich weh tun“, sagen die Eltern Vanessa und Mario Müller.

Da wird gemutmaßt, sein Tod stehe im Zusammenhang mit Corona. Einige glauben, es läge an der Impfung, andere spekulieren, er sei nicht geimpft worden. Wieder andere geben der Schule die Schuld. Es wird erzählt, Dominic sei unterernährt gewesen und vieles mehr. Behauptungen, die die Eltern in ihrem Schmerz besonders treffen.

Vanessa und Mario Müller wollen mit Fakten dagegenhalten. Damit die Gerüchte aufhören. „Er hatte kein Corona und war bis auf einen unentdeckten Herzfehler gesund“, erklären sie. Das habe die Obduktion ergeben. Zwei Stunden lang hätten die Ärzte in der Kinderklinik in Hamm um Dominics Leben gekämpft. Die Eltern bedanken sich ausdrücklich bei Dr. Naim Farhat, Leitender Oberarzt, und seinem Team. Sie hätten sich sehr eingesetzt. Während dieser Zeit verbrachten die Eltern bange Stunden in der Klinik. Dort seien sie von Seelsorger und Klinikpsychologen gut betreut worden.

Auch der Schule sei kein Vorwurf zu machen. „Ich bin dankbar, dass die Lehrer sofort bei ihm waren und Dominic nicht alleine war“, sagt Vanessa Müller. „Alle haben das getan, was sie konnten. Wir sind sehr, sehr dankbar darüber.“

Stefan Milk
Die Regenbogenschule in Rünthe von außen. © Stefan Milk

Auf Treppe zusammengebrochen

Gegen 8.17 Uhr war Dominic am Montag (5.12.) beim Hochlaufen auf einer Treppe in der Regenbogenschule zusammengebrochen. Lehrkräfte leisteten Erste Hilfe. Neben dem ersten Rettungswagen waren auch ein Notarzt, ein Kinder-Notarzteinsatzfahrzeug und der Rettungshubschrauber Christoph 8 alarmiert. Doch sie konnten ihm nicht mehr helfen. Im Januar wäre Dominic 11 Jahre alt geworden.

Die Regenbogenschule ist eine Förderschule in Trägerschaft des Kreises Unna. Mit großer Bestürzung hätten Kreisverwaltung und Landrat Mario Löhr den Vorfall aufgenommen: „Das ist eine Tragödie. Ich bin tief bestürzt und traurig. Es ist schwer, in solchen Situationen die richtigen Worte zu finden. In Gedanken bin ich in diesen schweren Stunden bei der Familie des Jungen, der ich mein tiefempfundenes Mitgefühl ausspreche“, wird Löhr in einer Mitteilung zitiert.

Beerdigung im kleinen Kreis

Notfallseelsorger sind für die Familie, Mitschülerinnen und Mitschüler und Lehrkräfte da. Die Beerdigung von Dominic soll auf Wunsch der Eltern im kleinen Kreis stattfinden.