Luis Brentrup hat die Hofboxen gestartet. Die Stadt Selm will ebenfalls einen Laden für lokale Lebensmittel voranbringen. © Nora Varga (A)
Lokale Lebensmittel

Regionale Lebensmittel: Treibt die Stadt eigenen Laden trotz Hofboxen voran?

Lebensmittel vom Erzeuger gibt es in Selm unter anderem durch die Hofboxen. Die Stadt will einen eigenen Laden für lokale Lebensmittel vorantreiben. Stehen die Konzepte in Konkurrenz zueinander?

Eier aus Bork, Schweinefleisch aus Cappenberg und Milch aus Selm. Lokale Produkte sind aktuell gefragt. Sie brauchen keine langen Lieferketten, der Kunde oder die Kundin weiß, woher das Produkt kommt und die heimischen Erzeuger werden gestärkt. Dazu möchte auch die Stadt Selm ihren Beitrag leisten, wie sie im Dezember erklärt hatte. In der Selmer Altstadt soll daher ein Laden entstehen, in dem Kunden verschiedene Produkte aus Selm an einem Ort erstehen können.

Doch nicht nur die Stadt arbeitet daran, regionale Produkte leichter für Kunden und Kundinnen verfügbar zu machen. So haben Luis, Marlene und Vitus Brentrup zum Beispiel jüngst das Projekt der Hofboxen gestartet. Die Boxen sehen aus wie normale Süßigkeiten- oder Getränkeautomaten, die man häufig auf Bahnhöfen findet. Sie enthalten aber stattdessen regionale Lebensmittel. Die Boxen sind nun an verschiedenen Orten in Selm zu finden und bieten gerade in der Corona-Zeit eine Möglichkeit zum kontaktlosen Einkauf.

Die Frage ist nun: Erübrigt sich durch die Hofboxen die Notwendigkeit für einen regionalen Laden? „Nein“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann dazu auf Anfrage. Die Stadt befürworte jedes Projekt, das regionale Produkte fördert oder den Absatzmarkt dafür verbreitere. „Ein zentraler Laden und die genannten Hofboxen sieht die Stadt auch nicht in Konkurrenz zueinander stehend sondern als wertvolle Ergänzung“, erklärt der Stadtsprecher.

Der Vorteil, den solch ein Laden bringen könnte, könnte im Gegensatz zu den Hofboxen eine größere Produktpalette sein, erklärt Malte Woesmann. Zudem ginge es der Stadt eben nicht nur um den Laden allein, sondern darum, mit der Ansiedlung auch die anderen Geschäfte in der Altstadt zu stärken – und somit die gesamte Altstadt.

Erste Gespräche positiv aufgenommen

Schon zuvor hatte die Stadt erklärt, dass sie den Laden allerdings nicht selbst bewirtschaften oder mieten würde. Denkbar sei ein genossenschaftliches Modell, ähnlich wie beim Vinnumer Dorfladen. „Die ersten Gespräche mit lokalen Erzeugern sind geführt worden, die diese Idee positiv aufgenommen und Bereitschaft signalisiert haben, mitzuarbeiten“, erklärt Woesmann. Wenn es die Corona-Situation zulasse, strebe man ein gemeinsames Treffen an. Wer Interesse hätte, mitzuarbeiten, oder auch daran, den Laden zu betreiben, könne sich direkt bei Malte Woesmann melden. Er betreut dieses Projekt. Kontakt: Tel.: (02592) 69-279 oder per Mail an m.woesmann@stadtselm.de.

Ein geeignetes Ladenlokal in der Altstadt hatte die Stadt schon ins Auge gefasst. Um welches es sich handelt, hatte sie aber noch nicht verraten. Ein Mietvertrag sei jedenfalls noch nicht unterzeichnet, so Malte Woesmann.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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