So stellt sich der Architekt den Neubau der Rettungswache Selm vor. © Planungsbüro Neesen
Rettungswache

Rettungswache: Stadt Selm baut jetzt selbst

Selm braucht eine neue Rettungswache: Das steht schon lange fest. Bei der Planung hat es bislang aber immer wieder Schwierigkeiten gegeben. Jetzt ist alles in trockenen Tüchern.

Dass sie nicht mehr lange warten würden, das hatten die Verantwortlichen der Volksbank schon im Dezember des vergangenen Jahres gesagt. Vier Monate später steht fest: Die Bank wird beim bau der neuen Rettungswache an der Kreisstraße in Selm nicht – wie anfangs geplant – als Investor auftreten. Die Stadt Selm hat das am Dienstag (13. April) in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. „Ich bedanke mich bei der Volksbank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und Bereitschaft, die Rettungswache zu bauen. Die Gespräche, insbesondere mit den Krankenkassen, haben jedoch die Realisierung durch die Stadt als öffentlich-rechtlicher Bauherr zielführender erscheinen lassen“, wird Bürgermeister Thomas Orlowski darin zitiert.

Es wird also die Stadt sein, die die neue Wache baut. Dass der Neubau dringend notwendig ist, ist schon sehr lange bekannt und im sogenannten Rettungsbedarfsplan des Kreises Unna festgeschrieben. Bei Analysen war herausgekommen, dass es in Selm am bisherigen Standtort am Adenauerplatz in Bork zu lange dauert, bis der Rettungswagen abfahrbereit ist auch am Ziel ankommen: 2019 hatte Selm hier den schlechtesten Wert im ganzen Kreis Unna gehabt.

Pläne für die neue Wache änderten sich immer wieder

Die Stadt hat darauf bereits reagiert und einen temporären zweiten Rettungswagenstandortes an der Ludgeristraße in Selm eingerichtet. „Zukunftsweisend für alle Ortsteile ist aber nur der Neubau einer modernen Rettungswache an einem zentralen Standort“, betont Bürgermeister Thomas Orlowski. Der Bau einer neuen Wache als langfristige Lösung für das Problem ist eigentlich schon seit mehreren Jahren Konsens. Allerdings kam es immer wieder zu veränderten Plänen – und zeitlichen Verzögerungen.

Erst sollte der neue Standort die Osterfeuer-Wiese neben der Feuerwehr in Bork sein. Ende 2019 fiel dann aber die Entscheidung, dass ein Gelände Kreisverkehr in Selm, an dem auch die HEM-Tankstelle ist, Baugrundstück für die neue Wache sein soll. Die Volksbank wollte eigentlich als Investor auftreten. Weil sich die Planungen aber immer wieder nach hinten verschoben haben, hatte der Vorstand im Dezember eine Art Ultimatum gesetzt: „Wir werden nicht mehr lange warten und können das auch nicht“, hatte Martin Potschadel von der Volksbank damals mit Blick auf steigende Preise im Bausektor und die damit zusammenhängende Kostenkalkulation im Gespräch mit der Redaktion gesagt.

Baustart soll noch in diesem Jahr sein

Nun steht also fest: Die Volksbank wird nicht als Bauherr auftreten – sondern die Stadt Selm selbst. Und – so kündigt die Verwaltung es in der Pressemitteilung an – mit dieser Entscheidung soll jetzt auch bald Konkretes feststehen und es tatsächlich mit dem Bau losgehen. „Wir werden nun sämtliche weitere Schritte veranlassen, um den Neubau der Rettungswache so schnell wie möglich zu veranlassen“, so der Bürgermeister. Der Baustart soll demnach noch in diesem Jahr sein.

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