Revierderby und offene Restaurants: So war der Samstag in Selm

hzCorona-Krise

Nachdem die Coronaschutzverordnung seit dem 11. Mai gelockert wurde, dürfen Restaurants und Kneipen wieder öffnen. Und dann war ja auch noch Revierderby. Haben die Selmer das alles genossen?

Selm

, 17.05.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Samstagabend in Selm. Das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 ist gerade ein paar Stunden alt. Und? Wie ist es? Stürmen die Fußballfans die Restaurants, um zu feiern oder (im Falle der Schalker) ihren Frust nach der 0:4-Niederlage runter zu spülen? Wir haben uns mal umgeschaut.

Jetzt lesen

Die Gaststätte Suer darf auch wieder öffnen. Den Lockerungen der Coronaschutzverordnung seit dem 11. Mai sei Dank. Und zudem steht das Traditionsgasthaus auch noch seit Kurzem unter neuer Leitung. Zwei Gründe für einen möglichen Aufschwung. Plus möglicher Abendschwärmer im Anschluss an das Fußball-Revierderby. Da muss an diesem Samstagabend doch was gehen, oder? Nein, wenig.

Rüber ins Lumberjack‘s Diner. Wie ist die Stimmung dort? Es sind vereinzelt Gäste, die sich ihr Bierchen trinken. Atmosphäre normal. Fußball-Euphorie? Fehlanzeige.

Vereinzelte Tische besetzt

Auch im Restaurant Olympia sind es nur vereinzelte Tische, die besetzt sind. Stühle am Tresen sind wegen der Abstandsregelungen gesperrt. „Ich bin schon froh, wie es läuft, solange es funktioniert“, sagt Gast Ingmar Leismann zur Lockerung der Coronalage. Kumpel Nils Gronemeier nennt die Kontaktverbote wegen der Corona-Krise „Gefangen in einer Tristesse“. „Ab einem gewissen Punkt trat Langweile ein. Akzeptabel ist es aber, besser geht es natürlich immer.“

Jetzt lesen

Und wie sieht es mit eingefleischten Fußballfans aus? Wir haben Jörg Kühl besucht. Er ist unter Fußballanhängern bekannt, weil er im Tor der BVB-Traditionsmannschaft steht. Er hat das Derby im Kreise seiner Familie zuhause geguckt. Seine Meinung: „Oft bin ich mit meinen Söhnen im Stadion. Hin und wieder gucke ich die Spiele auch mal zuhause oder in einer Kneipe. Für mich als Zuschauer macht es schon viel aus. Es fehlen die echten Emotionen.“

Jörg Kühl (l.) guckt das Derby zuhause im Kreis seiner Familie.

Jörg Kühl (l.) guckt das Derby zuhause im Kreis seiner Familie. © Jürgen Weitzel

Sohn Mailo ergänzt: „Die Tribüne ist leer und die Ersatzspieler auf der Bank haben eine Maske an. Finde ich komisch. Im Stadion dabei zu sein, ist viel cooler.“

Kurios: „Haaland ist heute schlecht, weil keine Zuschauer da sind“, sagt Mailo. Wenige Minuten später erzielt der norwegische Torjäger des BVB die Führung für Dortmund und das erste Tor der Bundesligageschichte in Geisterspielatmosphäre.

Ein normaler Fußballnachmittag und-abend ist das nicht. Vielleicht noch nicht.

Lesen Sie jetzt